Müller, Meier-Kunz, Müller-Meier oder Kunz

8. Oktober 2013, 18:55
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Das neue Namensrecht bietet Ehepartnern und Kinder zusätzliche Freiheiten bei der Wahl des Familiennamens

Die einst sehr starre Regelung des Familiennamens wurde durch das Kindschafts- und Namensrechts-Änderungsgesetz 2013 weiter flexibilisiert. Die Neuerungen gelten seit 1. April für alle Eheschließungen und Geburten. Aber auch die Familiennamen von Personen, die ihren Namen aufgrund der bisherigen Rechtslage führen, können ab sofort einmalig nach den neuen Regeln verändert werden.

Einiges ändert sich nicht. Ehegatten können durch Erklärung gegenüber dem Standesbeamten einen gemeinsamen Familiennamen bestimmen. Wie bisher können sie dabei den Namen eines Ehepartners - und zwar nunmehr auch nur einen Teil des Doppelnamens, den ein Ehepartner zum Zeitpunkt der Eheschließung führt - wählen.

Schließen Herr Müller und Frau Meier-Kunz eine Ehe, können sie als gemeinsamen Familiennamen Müller, Meier-Kunz, Meier oder Kunz bestimmen.

Doppelnamen als gemeinsamer Familienname

Geblieben ist auch die beliebte Regelung, nach der derjenige, auf dessen Namen sich die Ehepartner nicht als gemeinsamen Familiennamen einigen, seinen Namen mit Bindestrich vor- oder nachstellen kann. Einigen sich Müller und Meier-Kunz auf den Familiennamen Müller, kann sich Meier-Kunz dazu entscheiden, den Namensbestandteil Meier oder Kunz vor- oder nachzustellen.

Als wesentliche Neuerung können Ehegatten nun auch einen aus ihren Namen gebildeten Doppelnamen als gemeinsamen Familiennamen bestimmen. Wiederum besteht die Möglichkeit, einen Teil eines Doppelnamens heranzuziehen, den ein Ehepartner zum Zeitpunkt der Eheschließung führt.

Herr Müller und Frau Meier-Kunz können daher beide Müller-Meier, Meier-Müller, Müller-Kunz oder Kunz-Müller heißen.

Auch das Namensrecht der Kinder wurde novelliert. Grundsätzlich erhält das Kind den gemeinsamen Familiennamen, den die Eltern bei der Geburt führen. Davon kann jedoch abgegangen werden.

Doppelname auch für Kinder

Herr Müller und Frau Kunz führen den gemeinsamen Familiennamen Müller, wobei Frau Kunz ihren Namen nachgestellt hat und den Doppelnamen Müller-Kunz trägt. Ihr Kind erhält automatisch den Namen Müller. Die Eltern können aber auch Müller-Kunz als Namen des Kindes bestimmen.

Führen die Eltern bei der Geburt ihres Kindes keinen gemeinsamen Familiennamen (weil sie unverheiratet sind oder keinen gemeinsamen Familiennamen bestimmt haben), erhält das Kind automatisch den Familiennamen der Mutter. Alternativ kann aber etwa auch ein Teil des Doppelnamens eines Elternteils als Name des Kindes bestimmt werden. Daneben besteht die Möglichkeit, einen aus beiden Familiennamen der Eltern zusammengesetzten eigenen Doppelnamen für das Kind zu bilden.

Beispiel: Herr Müller und Frau Meier-Kunz führen keinen gemeinsamen Familiennamen. Für das gemeinsame Kind kann Müller, Meier-Kunz, Meier oder Kunz, aber etwa auch Müller-Meier bestimmt werden. (Georg Birkner, Marie-Theres Volgger, DER STANDARD, 9.10.2013)

Georg Birkner ist Partner, Marie-Theres Volgger Rechtsanwaltsanwärterin bei Dorda Brugger Jordis.

  • Wer ein Kind bekommt, hat seit 1. April mehr Freiheiten bei der Auswahl des Nachnamens. Selbiges gilt für neue Eheschließungen und in der Vergangenheit Betroffene, die ihren Nachnamen einmalig anpassen können.
    foto: dpa/hildenbrand

    Wer ein Kind bekommt, hat seit 1. April mehr Freiheiten bei der Auswahl des Nachnamens. Selbiges gilt für neue Eheschließungen und in der Vergangenheit Betroffene, die ihren Nachnamen einmalig anpassen können.

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