Coca-Cola bringt Mini-Shops mit WLAN in Entwicklungsländer

8. Oktober 2013, 13:57
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"Ekocenter" sollen auch Zugang zu Wasser, Essen, Strom und Medizin gewähren

Getränkeriese Coca-Cola plant einen Vorstoß in schlechter erschlossene Gegenden der Welt. Kleine Shops, genannt "Ekocenter", sollen lokalen Communities Zugang zu wichtigen Ressourcen, eigenen Produkten und dem Internet gewähren. Die New York Times berichtet.

Tausende Shops bis Ende 2015

Wasser, gekochte Mahlzeiten, Impfungen, Elektrizität, Internetzugang und – wenig überraschend – das eigene Produktsortiment dürfte die Ausstattung der kleinen Läden umfassen, die je nach Region individuell zusammengestellt werden soll.Von diesen Geschäften sollen bis Ende 2015 bereits 1.500 bis 2.000 in Afrika, Asien, Nordamerika und Lateinamerika errichtet werden.

Test in Südafrika

Derzeit gibt es einen einzigen dieser Kioske für einen Pilotversuch im südafrikanischen Heidelberg. Den Eigenstrombedarf deckt der Container mit Solarpanels, die Internetverbindung wird via Satellit hergestellt, der Zugang wird per WLAN ermöglicht. Das Wasser wird lokal angezapft und über die vom Segway-Erfinder Dean Kamen konstruierte Maschine "Slingshot" durch ein Destillationsverfahren gereinigt. Idealerweise, so die Vorstellung des Konzerns, sollen Frauen die Ekocenters betreiben.

Businessmodell in Arbeit

Das genaue Businessmodell wird noch erarbeitet, denn das Unternehmen plant durchaus, Geld mit den Läden zu verdienen. Eines der möglichen Konzepte wäre es, die Shops auch Impfungen lagern zu lassen und kostenlose Bildung zum Thema Gesundheit anzubieten, während das Aufladen von Handys oder der Konsum von Wasser kostenpflichtig ist. Welche Leistungen letztlich frei erhältlich sind und welche nicht, ist aber noch gänzlich offen.

Kritik

Für seine Geschäftstätigkeiten in Entwicklungsländern ist Coca-Cola auch schon kritisiert worden, wie die New York Times weiter festhält. Bemängelt wird die wenig gesundheitsfördernde Wirkung von Cola und Co., während in besagten Regionen die allgemeine Versorgung mit Nahrung und zahnärztlichen Leistungen oft mangelhaft ist.

Dem hielten Manager des Konzerns entgegen, dass die Abfüllanlagen auch sauberes Wasser liefern und kleine Händler durch den Verkauf von Coca-Cola-Produkten gutes Geld verdienen würden. (red, derStandard.at, 08.10.2013)

  • Das Test-"Ekocenter" in Heidelberg, Südafrika.
    foto: coca-cola

    Das Test-"Ekocenter" in Heidelberg, Südafrika.

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