Studie: Palästina wird um Entwicklung gebracht

8. Oktober 2013, 12:43
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Würde Israel Restriktionen im besetzten Westjordanland aufheben, könnte die Wirtschaftsleistung des Gebiets um ein Drittel wachsen

Die Wirtschaftsleistung in den Palästinensergebieten könnte laut einer Studie der Weltbank sehr rasch um ein Drittel wachsen. Dazu müsste Israel die Restriktionen aufheben, die in großen Teilen des seit 1967 besetzten Westjordanlands gelten, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Studie der Weltbank.

"Über die Hälfte der Flächen im Westjordanland, davon viele landwirtschaftlich nutzbar oder rohstoffreich, kann von den Palästinensern nicht genutzt werden", erläuterte die Weltbank. Ihre nach eigenen Angaben "erste umfassende Studie" zum Wirtschaftspotenzial der fraglichen Gebiete beziffert den Schaden der israelischen Restriktionen für die palästinensische Volkswirtschaft auf jährlich 2,5 Milliarden Euro.

Könnten einheimische Unternehmen und Agrarbetriebe die sogenannte C-Zone nutzen, die zivil und militärisch von Israel kontrolliert wird und 61 Prozent des Westjordanlandes umfasst, würde das palästinensische Bruttoinlandsprodukt um 35 Prozent steigen, folgert die Studie. Zu den sechs Entwicklungssektoren mit hohem Potenzial zählt die Weltbank neben der Landwirtschaft insbesondere die Gewinnung von wertvollen Mineralien am Toten Meer.

Zugleich könnten dem öffentlichen Haushalt der Palästinensischen Autonomiebehörde so jährlich knapp 600 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen zufließen, heißt es in der Studie. Dies würde des Budgetdefizit um die Hälfte reduzieren und die Abhängigkeit des im Aufbau befindlichen Palästinenserstaates von ausländischer Hilfe drastisch reduzieren.

Der Internationale Währungsfonds hatte Mitte September in einem Landesreport seinerseits gewarnt, die palästinensische Wirtschaft könne sich unter den gegenwärtigen Besatzungsbedingungen nicht entwickeln. So sei das Wirtschaftswachstum von 11,0 Prozent im Jahr 2011 auf 5,9 Prozent im vergangenen Jahr gesunken. Dieses Jahr liege es bei voraussichtlich nur noch 4,5 Prozent. (APA, 8.10.2013)

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