Fließbandschnitzel und Bioerdäpfel

8. Oktober 2013, 12:37
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Wenn die Finanzen knapp sind und die Pause zwischen Vorlesungen kurz ist, kommt eine Mensa gerade recht. Qualitativ gibt es jedoch große Unterschiede. Damit Erstsemestrige sich nicht den Magen verderben, hat der UniStandard vorgekostet. Ein Test

Mit Unterteilungen versehene Teller, quadratische Laibchen und in Plastik eingeschweißter Kuchen - Bilder, die bei dem Begriff Mensa im Kopf auftauchen. Das Angebot wirkt auf den ersten Blick einheitlich, die Bandbreite des studentischen Kantinenessens ist jedoch groß: vom Wirt, der am Naschmarkt einkauft, bis zur Großküche, die täglich rund 15.000 Speisen zubereitet.

Uni Wien - NIG-Mensa: Die meisten Studierenden werden in der Mensa des Neuen Institutsgebäudes der Universität Wien verpflegt. Das erklärt auch, weshalb hier auf massentaugliche Speisen gesetzt wird: Spaghetti mit Tomatensauce und faschierter Braten sind auf dem Menüplan stark vertreten. Neben der Auswahl lässt auch die Qualität der Speisen an Schulessen erinnern.

Betrieben wird die einer Großbürokantine ähnelnde Mensa von der österreichischen Mensenvertriebsgesellschaft. Die älteste und größte Anbieterin benennt sich kurz "Mensa" und beliefert über 50 Hochschulen. Ihr Sortiment reicht vom Kaffeesnack bis zu klassischen Mittagsmenüs.

Das Mittagsmenü mit vergleichsweise großer Portion gibt's um 4,50 Euro.

Note: 3,5


Mensa der Akademie der bildenden Künste Wien: Fernab von großen Betrieben hat sich der Wirt Gerhard Pfau etabliert. Er betreibt seit elf Jahren die Mensa der Akademie der bildenden Künste und ab diesem Semester auch jene der Uni für angewandte Kunst in Wien. Das Spezielle an seiner Arbeitsweise ist, dass er alle Speisen selbst zubereitet. Mit zwei Angestellten kümmert er sich um die Verpflegung der 500 Kunststudierenden an der Bildenden. Den Einkauf erledigt Pfau selbst: Bis auf Grundprodukte wie Mehl und Salz findet er seine Zutaten am Naschmarkt. Großen Wert legt er auf regionales und frisches Angebot. Das hat auch seinen Preis: Mittagsmenüs ab 6,20 Euro.

Note: 1,5


Mensa der Musik-Uni Wien: Im netten Ambiente wird hier ein abwechslungsreiches Menü geboten. Im schönen, begrünten Innenhof der Uni am Anton-von-Webern-Platz in einem Glasgebäude beheimatet, bekocht die SV Group, ein Cateringunternehmen, die Studis. In einer mittelgroßen Küche wird hier vor Ort gekocht. An den studierendenfreundlichen Preisen ändert das nichts. Um 4,20 Euro kann man dafür ein Schweinsfilet in Kräuterpanade mit Salat und Erdäpfeln oder eine Kürbislasagne mit Paprikaschaumsauce genießen. Bei kleineren Mensen können ausgewählte Zutaten aus biologischem Anbau bezogen werden. So stammen hier die Kartoffeln vom Biohof Niedermayer aus dem Weinviertel und das Biogebäck von der Bäckerei Felber.

Note: 1


Uni Innsbruck - Mensa Uni Atrium: Ebenfalls von der Mensen Betriebsgesellschaft bestellt, tritt die Mensa Atrium wie der Gegenpol zur Turnhallenatmosphäre auf. Das Kleinod versteckt sich im Kellergewölbe des Hauptgebäudes. Mit nur wenigen Tischen und einem reduzierteren Angebot ausgestattet, wird die Mensa gerne für längere Aufenthalte genutzt. Der große Vorteil: Sie hat auch am Abend offen. Die Preise und die Qualität entsprechen dem Durchschnitt: Hausmannskost und Vegetarisches kriegt man hier um 4,20 Euro.

Note: 2


Café Unikum im Unipark Salzburg: Betrieben von der Jugendherberge Jufa, bietet das Café Unikum im neuen Unipark Salzburg neben einem ebenerdigen Bistro ein Café auf einer Dachterrasse. Der imposante Ausblick über Salzburg lenkt von geschmacklichen Defiziten ab. Leider bietet die zwei Quadratmeter große Küche nicht viel Raum für Gourmetwünsche. Die individuell zusammenstellbaren, guten Wok-Gerichte sind fast doppelt so teuer wie das Mittagsangebot. Für 4,50 Euro erhält man beispielsweise Putengeschnetzeltes mit Beilage. Größtes Manko ist die geringe vegane Auswahl.

Note: 3. (jok, ned, ook, sct, DER STANDARD, 3.10.2013)

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