Checker Can: Türkischer Name als Normalität

18. Oktober 2013, 13:45
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Ein vorbildliches Wissensformat für Kinder, das auch bei Erwachsenen funktioniert und nebenbei auf lockere Art kulturelle Vielfalt vermittelt

Am Wochenende sitzen mein fünfjähriger Sohn Moritz und ich gerne auf der Couch und schauen ein bisschen fern. Wir sind uns dabei einig, dass unsere absolute Lieblingssendung "Checker Can" ist.

In dieser seit 2011 im deutschen Fernsehen ausgestrahlten von megaherz produzierten Kindersendung geht der Moderator wesentlichen Fragen nach. Warum stinken unsere Schuhe? Sind Ziegen wirklich dumm? Wie flickt man einen Fahrrad-Reifen? Warum löscht Wasser Feuer?

Can checkt diese Fragen auf sehr erfrischende Art und Weise, indem er sich selbst einbringt und auch nicht schont. Er wagt sich in einen Heißluftballon, obwohl er Höhenangst hat. Weil er nämlich "kein Schisser ist", wie es im Jingle zur Sendung heißt. Mit flotten Bildern und ebensolchen Sprüchen werden vermeintlich simple Fragen in kreativer und lehrreicher Art und Weise beantwortet.

Checker Can weckt und fördert bei Kindern die Neugier, die den Erwachsenen in der Alltagslawine verschüttgegangen ist.


Checker Can (Foto: BR/megaherz Gmbh/Hans-Florian Hopfner)

Can (Türkisch für "Leben") Tobias Mansuroglu wurde in Oldenburg (Niedersachsen) geboren und wuchs mit seiner deutschen Mutter und seinem türkischen Vater im Bremer Umland auf. "Ich finde es sehr wichtig, dass ein türkischer Name im deutschen Fernsehen selbstverständlich wird und ist", sagte er in einem Interview mit der Deutschen Welle.

Meinem Sohn, der in seiner Wiener Kindergartengruppe mit neun verschiedene Nationen zusammenkommt, ist der Name völlig egal. Er findet Can grundsätzlich cool und würde ihn gerne einmal besuchen.


Checker Can und Checker Tobi (Foto: BR/megaherz Gmbh/Hans-Florian Hopfner)

Hä? Überrascht waren der Bub und ich vor Kurzem, weil statt Can plötzlich ein gewisser "Tobi" auf dem Bildschirm checkte. Aufklärung brachte uns eine schnelle Internetrecherche: Can macht sein Studium fertig und tritt in nächster Zeit kürzer, weshalb sich Tobi und Can künftig abwechseln. Tobi Krell stammt aus Mainz, zur Zusammenarbeit mit Can meint er: "Wir sind auf jeden Fall sehr unterschiedlich, was auch gut ist: er hat seinen Stil, ich meinen, und das macht das Format noch bunter und unterhaltsamer."

Das wollen Moritz und ich auch hoffen, weil wir eigentlich ziemliche Can-Fans sind. Aber: Jedem Checker seine Chance! Tatsächlich waren auch die ersten Tobi-Folgen sehr gut gemacht. Und jetzt Fernseher aus, sonst bekommen wir noch viereckige Augen. (Rainer Schüller, derStandard.at, 18.10.2013)

Service

Abwechselnd zeigt KiKA "Checker Can" und "Checker Tobi" immer samstags um 19:25 Uhr und sonntags um 9:00 Uhr.

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