Die Vermessung Brasiliens

5. Oktober 2013, 17:27
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Auf den Spuren eines beinahe vergessenen Forschers: "Friedrich Sellows unvollendete Reise"

Es zählt dieses Buch zu jenen Büchern, die man der Haptik wegen nicht mehr aus der Hand legen möchte, um darin zu reisen, zu sammeln und zu forschen. In allerbester Druck- und Papierqualität erzählt dieser rechtzeitig zum Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse (und im Berliner Galiani-Verlag) erschienene Schmöker "Die Erkundung Brasiliens - Friedrich Sellows unvollendete Reise", wie der Untertitel lautet.

Und dass dieser in Potsdam geborene Hofgärtnersohn, der 1814 mit nur 25 Jahren nach wochenlanger Schiffsreise in Rio de Janeiro landete, um seine Abenteuerreisen zu beginnen, so viel weniger bekannt ist als etwa sein Förderer Alexander von Humboldt, dem genau das, was Sellow betrieb, versagt blieb, nämlich die Vermessung Brasiliens, hat nur einen Grund. Friedrich Sellow ertrank 1831 mit nur 42 Jahren im Rio Doce, noch bevor er alles das, was er 17 Jahre lang erforschte, sammelte, zeichnete und protokollierte, wissenschaftlich publizieren konnte.

Schon lange schmücken aber die von ihm gesammelten Objekte Museen und Gärten Europas, aber erst seit kurzem ist sein Leben Gegenstand der Forschung: Hanns Zischler, Sabine Hackethal und Carsten Eckert haben endlich dieses vielschichtige Material zusammen- und damit die Brasilien-Begeisterung des Biedermeier in die Gegenwart getragen. (Mia Eidlhuber, DER STANDARD, 5.10.2013)


Hanns Zischler / Sabine Hackethal / Carsten Eckert: "Die Erkundung Brasiliens", € 41,20 / 256 Seiten. Galiani-Verlag, Berlin 2013

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    foto: matthias cremer
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