Veltliner, ausgebremst

Kolumne7. Oktober 2013, 17:31
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Veltliner gegen Burgunder ist keinesfalls Brutalität, sondern großes Vergnügen

Auf dünnes Eis begab sich Laurenz Moser V. und stellte seine 2012er Grünen Veltliner "Silver Bullet" und "Charming" blind in eine Serie 22 internationaler Weine von 2009 bis 2012. Anders als vor einem Jahr, als österreichische Veltliner gegen Sortenkollegen anderer Länder antraten (und am Ende ein Deutscher gewann), ging es diesmal um die Frage, wie sich Grüner Veltliner inmitten von Weinen "klassischer" Rebsorten macht.

Gut, aber bekannt

Die Mitspieler wählte Moser subjektivst: "Trink ich gern, darf mitspielen." Darunter befanden sich zum Beispiel zwei Nicht-Moser'sche Veltliner, Knolls Loibenberg 2012 und Markus Hubers Obere Steigen 2012, und etliche Burgunder wie Philipp Wittmanns Weißer Burgunder trocken "S" (Rheinhessen), Weißer Burgunder Großes Gewächs "Im Sonnenschein" von Ökonomierat Rebholz (Pfalz), Mâcon-Verzé von Domaines Leflaive (Chardonnay aus Burgund) und Jermans Pinot Grigio aus Venetien.

Die Erkenntnisse: Die Veltliner hielten mit der burgundischen Konkurrenz gut mit, wurden aber ausgebremst: Andi Kollwentz' Chardonnay "Leithagebirge" 2012 überzeugte einhellig mit vielschichtigen Aromen, Mineralität und Feinheit. Was schließt man daraus? Veltliner - eh super, aber wir kennen ihn. Zur Abwechslung könnte man sich jetzt im Herbst ja die österreichischen Burgunder vornehmen. (Luzia Schrampf, Rondo, DER STANDARD, 3.10.2013)

  • Veltliner - eh super, aber zur Abwechslung könnte man sich im Herbst die österreichischen Burgunder vornehmen.
    foto: apa/barbara gindl

    Veltliner - eh super, aber zur Abwechslung könnte man sich im Herbst die österreichischen Burgunder vornehmen.

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    foto: irina gavrich
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