Die Unis nach der Wahl

3. Oktober 2013, 14:34
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Der UniStandard stellt die zentralen Agenden der Parlamentsparteien in der Hochschulpolitik vor

SPÖ

Welche Hochschulreformen muss die nächste Regierung angehen, welche unipolitischen Themen stehen auf der Agenda der Parteien?

Gemeinsames Ministerium Geht es nach der SPÖ, sollen Schulen, Unis und Pädagogische Hochschulen in ein SP-geführtes Bildungsministerium wandern. Zentral sei die Schaffung neuer Studienplätze, soziale Absicherung und - wie Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl sagt: dass die ÖH wieder direkt gewählt wird.

Sollen die Hochschulen für jeden offen sein, oder wie könnte der Zugang geregelt werden? Sind Studiengebühren dabei eine Option?

Offener Zugang Der offene Hochschulzugang bleibt der SPÖ ein Anliegen. Studiengebühren "sind weiterhin keine Lösung", sagt die Wissenschaftssprecherin nach der Wahl. Sie ist gegen eine Begrenzung der Studienzeit, weil diese "eine wichtige Phase der Ausbildung und der Persönlichkeitsbildung" sei.


ÖVP

Welche Hochschulreformen muss die nächste Regierung angehen, welche unipolitischen Themen stehen auf der Agenda der Parteien?

Studienplatzfinanzierung Die Fortsetzung der Studienplatzfinanzierung, der Ausbau der FHs und die Erhöhung des Budgets zumindest um das Inflationsniveau nannte Karlheinz Töchterle als wesentliche Vorhaben für eine mögliche weitere Amtszeit. Außerdem wünscht er sich ein härteres Studienrecht.

Sollen die Hochschulen für jeden offen sein, oder wie könnte der Zugang geregelt werden? Sind Studiengebühren dabei eine Option?

Geregelter Zugang In der Frage der Beschränkung des Hochschulzugangs sind die Gräben zwischen den alten und vielleicht auch neuen Koalitionspartnern tief. Die ÖVP spricht sich in ihrem Wahlprogramm sowohl für Zugangsregeln als auch für Studiengebühren aus, die von den Unis autonom eingehoben werden sollen.


FPÖ

Welche Hochschulreformen muss die nächste Regierung angehen, welche unipolitischen Themen stehen auf der Agenda der Parteien?

Staat und privat Die FPÖ spricht vor und nach der Wahl wenig von Unipolitik. In ihrem Wahlprogramm ist von "freier Wissenschaft" die Rede, die "ausschließlich der Wahrheitsfindung" diene. Den Forschungsstandort Österreich will die Partei "weiter attraktivieren". Der Staat und Private sollen die Unis finanzieren.

Sollen die Hochschulen für jeden offen sein, oder wie könnte der Zugang geregelt werden? Sind Studiengebühren dabei eine Option?

Gebühren für Ausländer Der freie Hochschulzugang steht als "unverzichtbar" im FP-Programm. Studiengebühren werden abgelehnt. Heinz-Christian Strache denkt aber laut darüber nach, dass ausländische Studierende zahlen sollen oder sich verpflichten, einige Jahre als Akademiker hierzulande zu arbeiten.


Grüne

Welche Hochschulreformen muss die nächste Regierung angehen, welche unipolitischen Themen stehen auf der Agenda der Parteien?

Mehr Geld Die Grünen wollen mehr Studierende, mehr Laufbahnstellen und somit wesentlich mehr Geld für die Unis: zwei Prozent des BIP. Statt der "reinen Schikane", wie es die "Knock-out-Phase" zu Studienanfang derzeit sei, brauche es zumindest ein Orientierungssemester, sagt Sigrid Maurer von den Grünen.

Sollen die Hochschulen für jeden offen sein, oder wie könnte der Zugang geregelt werden? Sind Studiengebühren dabei eine Option?

Europäische Lösung Auch nach der Wahl fordern die Grünen den offenen Hochschulzugang. Sie wünschen sich eine gesamteuropäische Lösung - etwa durch Ausgleichszahlungen unter den EU-Staaten. Keine Studiengebühren, dafür bessere Studienberatung und ein treffsicheres Stipendiensystem sind der grüne Weg.


Team Stronach

Welche Hochschulreformen muss die nächste Regierung angehen, welche unipolitischen Themen stehen auf der Agenda der Parteien?

Spezial-Unis Bei den derzeitigen Massenunis würde die "einzelne Person verlorengehen", sagt Frank Stronach. In einem Gespräch mit dem Schülerstandard forderte er Spezialuniversitäten. Als privat-öffentliche Institutionen sollen diese Kooperationen zwischen Wirtschafts- und Umweltexperten forcieren.

Sollen die Hochschulen für jeden offen sein, oder wie könnte der Zugang geregelt werden? Sind Studiengebühren dabei eine Option?

Unterstützung für "Fleißige" Nur jene, "die gut und fleißig studieren", sollen nach Frank Stronach finanziell unterstützt werden. Der Staat solle nur für Kosten in Fächern aufkommen, "wo ein Mangel herrscht" - etwa in "technischen Berufen". Studierende "weniger gebrauchter" Fächer sollen selbst zahlen.


Neos

Welche Hochschulreformen muss die nächste Regierung angehen, welche unipolitischen Themen stehen auf der Agenda der Parteien?

Neos-Minister Geht es nach den Neos, sollen Hochschulen "leistungsorientiert" finanziert werden: ein Sockelbetrag für die Basis-Infrastruktur, eine an die Studienplätze gekoppelte Lehrfinanzierung und Forschungsgelder auf Projektbasis. Und wer sollte Wissenschaftsminister werden? "Neos-Chef Matthias Strolz."

Sollen die Hochschulen für jeden offen sein, oder wie könnte der Zugang geregelt werden? Sind Studiengebühren dabei eine Option?

Nachgelagerte Gebühren Die Auswahlverfahren sollen der Autonomie der Unis überlassen werden. Dazu fordern die Neos als Ergänzung nachgelagerte Studiengebühren, die erst ab einem gewissen Einkommen zurückgezahlt werden. "So haben Unis Interesse an vielen Bewerbern und hoher Studienqualität." (red, DER STANDARD, 3.10.2013)

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