Kündigungsvideo: "Tanz in die Freiheit" entzückt

Video3. Oktober 2013, 13:42
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Amerikanerin gab Abschied von Unternehmen via Video bekannt, vor den Augen von Millionen Usern - Replik des Ex-Chefs

Einige bezeichnen es euphorisch als "Tanz in die Freiheit", andere als ihre Visitenkarte für künftige Jobs. Eines ist klar: Das Handwerk beherrscht sie. Und unkonventionell ist es allemal, was Marina Shifrin getan hat. Die Amerikanerin hat ihren Job bei einer taiwanesischen Produktionsfirma für Animationsfilme nicht einfach gekündigt, nein, sie hat ein Kündigungsvideo gedreht. Und was für eines: Der Clip konnte bis Donnerstag auf Youtube bereits über elf Millionen Clicks verbuchen.

In dem knapp zweiminütigen "Last Dance" genannten Video lässt Shifrin ihre zwei Jahre in der Firma Revue passieren: Viel Arbeit, wenig Freizeit und ein Boss, der mehr Wert auf Zugriffszahlen als auf Qualität legt, lautet das düstere Resümee. Sie schließt mit den Worten: Ich kündige, ich bin gegangen.

Taiwan will Shifrin verlassen, sie möchte irgendwo in den USA anheuern. Gegenüber der "Huffington Post" beschwerte sie sich, dass keine Mittagspausen erlaubt waren und ständig ihr Zeitplan und ihre Verantwortlichkeiten geändert wurden.

Replik

Not amused zeigte sich Shifrins Ex-Boss. Um den Imageschaden für die Firma in Grenzen zu halten, ließ er kurzerhand ein eigenes Video produzieren, das die Vorzüge seines Unternehmens dokumentiert. Die Botschaft: Arbeiten bei Next Media macht Spaß, demonstriert wird das von gut gelaunten Kollegen, die im Stile Shifrins durch das Büro tanzen. Während der Video-Konter durchaus sympathisch daherkommt, teilt ein Vorgesetzter via "Daily Mail" verbal aus: "Ich wünschte, Marina hätte eben so viel Kreativität in ihre tägliche Arbeit gesteckt wie in ihr Kündigungsvideo."

Da die zwei Videos für so eine gehörige Resonanz sorgen, wird bereits darüber spekuliert, dass das Unternehmen nur eine gut getarnte Marketingaktion lanciert hat. Bekannt ist Next Media Animations jetzt jedenfalls, gegen Eigenwerbung spricht allerdings das negative Bild, das jetzt viele von der Firma haben. Lausige Arbeitsbedingungen sind nicht gerade ein Katapult, um als Dienstgeber attraktiv zu werden. (omark, derStandard.at, 3.10.2013)

  • Marina Shifrin und ihr "Tanz in die Freiheit".
    foto: screenshot/ www.youtube.de

    Marina Shifrin und ihr "Tanz in die Freiheit".

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