Der Draper-Effekt

Kolumne6. Oktober 2013, 16:27
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Was ziehe ich unterm Hemd an? Ein Unterleiberl, ein T-Shirt oder am besten gar nichts? Warum das eine verzwickte Frage ist

Es ist an der Zeit, über eine Frage nachzudenken, die sich Männern häufig stellt. Sie lautet: Was ziehe ich unterm Hemd an? Ein Unterleiberl, ein T-Shirt oder am besten gar nichts? Für den Sommer mag Letzteres eine Option sein, für kühlere Tage aber kommt diese Variante kaum infrage, weswegen wir sie an dieser Stelle übergehen wollen. Bleibt die Frage Unterleiberl oder T-Shirt?

Bei Amerikanern ist Letzteres häufig zu sehen, und selbst Don Draper, die modische Ikone aus "Mad Men", schreckte davor nicht zurück. So wirklich überzeugend wirkte er dabei aber nicht. Das T-Shirt unterm Hemd war das offensichtlichste Zeichen, dass Don aus der Vorstadt kommt und mit seinem Job in der Madison Avenue einen ziemlichen Aufstieg hingelegt hat.

Amerikanische Stilgepflogenheiten

In jenem Moment, in dem Don seine Krawatte ablegte und den obersten Hemdknopf aufknöpfte, blitzte das T-Shirt hervor. Das verleiht Männern etwas unangenehm Zugeschnürtes. Nachdem sich amerikanische Stilgepflogenheiten auch bei uns breitmachen, haben wir uns aber an die Kombination aus (hoch geschnittenem) T-Shirt und Hemd gewöhnt. Dabei gäbe es Alternativen.

Das Unterleiberl ist die offensichtlichste. Franzosen greifen automatisch dazu, in unseren Breitengraden hat das Unterleiberl einen schlechten Ruf - vielleicht weil es zu oft ohne Hemd getragen wird. Dafür kann das gute, alte Unterleiberl nichts, genau so wenig wie das T-Shirt, wenn es mit Hemd getragen wird. Auf die Kombi kommt es an. (Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 4.10.2013)

  • Mit einem T-Shirt unter dem Hemd wirken sogar Stilikonen wie Don Draper seltsam zugeknöpft.
    foto: dapd/frank ockenfels

    Mit einem T-Shirt unter dem Hemd wirken sogar Stilikonen wie Don Draper seltsam zugeknöpft.

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    foto: ina gavrich
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