Spitzwegerich ist Arzneipflanze des Jahres 2014

1. Oktober 2013, 12:40
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Er stillt den Hustenreiz und hilft bei Entzündungen: Der Spitzwegerich wurde vom Würzburger Studienkreis zur Arzneipflanze des Jahres 2014 gekürt

Verschiedene Wegerich-Arten werden seit Jahrtausenden in der Heilkunde genutzt, ganz besonders der Breit- und der Spitzwegerich (Plantago lanceolata). "Heute wissen wir, dass der Spitzwegerich die stärkste Wirkung besitzt", sagt Johannes Mayer vom Würzburger Studienkreis. Die zahlreichen Inhaltsstoffe des Spitzwegerichs ließen positive Effekte bei Katarrhen der Atemwege und Entzündungen von Mund und Rachenschleimhaut sowie bei Wunden erwarten. Pharmakologische Laboruntersuchungen würden diese Effekte belegen.

Seit 1999 kürt der Studienkreis "Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde" an der Universität Würzburg jährlich eine Arzneipflanze des Jahres.

Astringierende und blutstillende Wirkung

Von der Pflanze werden ausschließlich die Blätter verwendet. Zu ihren wichtigsten Inhaltsstoffen gehören die Iridoidglykoside wie Aucubin und Catalpol, die eine antibakterielle Wirkung zeigen, sowie Schleimstoffe, die reizmildernde Effekte besitzen. "Sie bilden eine Art schützenden Film über die Schleimhaut in Mund und Rachen. Damit kann der Spitzwegerich lästigen Hustenreiz mindern", so Mayer.

Hinzu kommen Gerbstoffe, die mit 6,5 Prozent Anteil die größte Inhaltsstoffgruppe bilden. Sie wirken adstringierend und blutstillend und stabilisieren die Schleimhäute. Weitere Inhaltsstoffe, die an der Heilwirkung des Spitzwegerichs beteiligt sein könnten, sind Flavonoide, Kaffeesäurederivate, Saponin, Kieselsäure und Mineralstoffe wie Zink und Kalium.

Äußerlich kann Spitzwegerichkraut bei Entzündungen der Haut verwendet werden. "In der Erfahrungs- und Volksmedizin gilt Spitzwegerich seit langem als ein gutes Mittel zur ersten Wundversorgung und bei Insektenstichen", so der Studienkreis. Allerdings liegen hier keine aktuellen klinischen Studien vor.

Von deutschen und europäischen Kommissionen wurde der Einsatz des Spitzwegerichs zur Linderung von Schleimhautreizungen im Mund und Rachenraum und dem damit verbundenen trockenen Husten anerkannt. So auch vom "Herbal Medicinal Product Commitee" (HPMC), das auf europäischer Ebene die Kompetenz zur eigenverantwortlichen Beurteilung von pflanzlichen Arzneimitteln innehat. (red, derStandard.at, 1.10.2013)

Bisherige Arzneipflanzen des Jahres

Der Studienkreis "Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde" an der Universität Würzburg wählt die Arzneipflanze des Jahres seit 1999. Bisher wurden folgende Pflanzen ausgesucht: Buchweizen, Arnika, Stechender Mäusedorn, Artischocke, Pfefferminze, Arzneikürbis, Thymian, Hopfen, Gemeine Rosskastanie, Fenchel, Efeu, Passionsblume und Süßholz.

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Gute Kräuter, schlechte Kräuter

  • Der Spitzwegerich wächst an Wegrändern und in trockenen Weisen. Seinen Namen verdankt er den spitz zulaufenden, langen, schmalen, aufrecht stehenden Blättern, die eine Bodenrosette bilden.
    foto: heike will

    Der Spitzwegerich wächst an Wegrändern und in trockenen Weisen. Seinen Namen verdankt er den spitz zulaufenden, langen, schmalen, aufrecht stehenden Blättern, die eine Bodenrosette bilden.

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