Promotion - entgeltliche Einschaltung

Energie produzieren wir selbst

14. Oktober 2013, 00:00

In Zentralamerika sowie im südlichen und östlichen Afrika gewinnen Modelle zur Nutzung lokaler erneuerbarer Energiequellen an Bedeutung und tragen zum Klimaschutz bei.

Mit solarbetriebenen Gefriergeräten für Fischerkooperativen in Panama, Geothermie für die Lebensmittelindustrie in Guatemala oder effizienten Kochherden für Familien in Honduras wird Energiearmut erfolgreich bekämpft.

"Benachteiligte Menschen in ländlichen Regionen, Minderheiten und Frauen sollen besseren Zugang zu umweltfreundlicher, leistbarer, verlässlicher und nachhaltiger Energie haben. Das ist das Ziel der von Finnland initiierten Umwelt- und Energiepartnerschaft (EEP) mit Zentralamerika. Diese läuft unter Beteiligung von Österreich und der EU noch bis Ende 2013", sagt Hubert Neuwirth, Zentralamerika-Experte der Austrian Development Agency, der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Ohne Fördermittel und Know-how der EEP wären die genannten Kleinprojekte nicht verwirklicht worden, da Gelder von Großfinanciers wie der Weltbank dafür nicht zur Verfügung stehen. "Bisher wurden 284 Energieprojekte ermöglicht, von denen 26.000 Menschen direkt profitieren", so Neuwirth. Inspiriert von der EEP haben sich die Länder des zentralamerikanischen Integrationsbündnisses SICA (siehe Wissen) vor zwei Jahren auf einen Aktionsplan für nachhaltige Energiesysteme geeinigt.

Umwelt- und Energiepartnerschaft expandiert

Seit 2010 gibt es auch eine Umwelt- und Energiepartnerschaft mit  13 Ländern im südlichen und östlichen Afrika. Mit einem Budget von insgesamt 52 Millionen Euro werden Millionen Menschen nachhaltige Energie-dienstleistungen ermöglicht. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit steuert neben Großbritannien und Finnland vier Millionen Euro bei.

Solarthermie statt Strom

"Österreich sieht in der Solarthermie große Chancen. Heute werden auch in energiearmen Ländern ungeheure Mengen von knappem Strom zur Erzeugung von Warmwasser für Haushalte, Spitäler, Wäschereien, Hotels oder in der Lebensmittelherstellung verbraucht. Solarwärme kann Strom und damit auch Kosten massiv einsparen", sagt Hannes Bauer, Energieexperte der Austrian Development Agency.

In Ländern Sub-Sahara-Afrikas ist die Sonneneinstrahlung doppelt so groß wie in Österreich. Die installierte Kapazität an Solarthermieanlagen pro Kopf liegt im internationalen Vergleich jedoch weit hinter der Alpenrepublik: Österreich ist als Spitzenreiter auf Platz 3, Südafrika findet sich hingegen auf Platz 42. Hier steckt Potenzial, das besser genützt werden sollte.

Neue Berufsgruppe Solarteure

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit setzt sich mit dem steirischen Partner AEE INTEC seit mehreren Jahren mit dem Programm SOLTRAIN für die Verbreitung von Solarwärme in Südafrika, Namibia, Mosambik, Simbabwe und Lesotho ein: Bestehende Solarthermieanlagen werden modernisiert und 65 neue Demonstrationsanlagen bereits in Schulen, Spitälern oder Kinderheimen installiert. Von 2009 bis 2015 investiert Österreich 1,8 Millionen Euro in das Programm. Ein aktueller Zuschuss des OPEC Fund for International Development in der Höhe von 400.000 Euro ermöglicht den Aufbau von Kompetenzzentren für Solarthermie an Universitäten in den beteiligten Ländern. Dort werden praxisorientierte Ausbildungen für politische Akteure und künftige Solarteure – also Fachkräfte, die sich mit Solarwärme auskennen – angeboten. Über Technologie-plattformen von SOLTRAIN erarbeiten Firmen, Verbände, lokale AkteurInnen und Universitäten Strategien und Umsetzungspläne zur Förderung von Solarwärme im Süden Afrikas.

Wissen zu SICA

Die Mitgliedsstaaten des zentralamerikanischen Integrations-bündnis SICA (Sistema de la Integración Centro­americana), Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama und die Dominikanische Republik, setzen sich für eine positive Entwicklung der Region sowie für Frieden, Freiheit und Demokratie ein.

  • Im Rahmen der Initiative SOLTRAIN entstand die Warmwasseraufbereitungs-Anlage an der Makumbi High School für Mädchen in Simbabwe.
    foto: ©aee

    Im Rahmen der Initiative SOLTRAIN entstand die Warmwasseraufbereitungs-Anlage an der Makumbi High School für Mädchen in Simbabwe.

Share if you care.