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Energieschub am Dach der Welt

14. Oktober 2013, 00:00

Österreich unterstützt Bhutan dabei, die vorhandene Wasserkraft zur Stromversorgung im Himalaya-Gebiet zu nutzen.

In Bhutan zählt das Bruttonationalglück mehr als das Bruttonationalprodukt. Das Wohlergehen der Menschen, die Wahrung der Kultur, aber auch der Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen sind wichtige Punkte der Entwicklungspläne der Regierung. In den 1980er-Jahren wählte Bhutan Österreich als Partnerland aus, um sich dort weiterzuentwickeln, wo die Alpenrepublik großes Know-how hat: in der Nutzung von Wasserkraft. Ziel war es, die Bevölkerung mit Strom zu versorgen und diesen auch zu exportieren. "Mit Strom zu kochen geht schnell und ist sauber", freut sich die Bäuerin Pema Choden aus dem Phobjikha-Tal über Elektrizität im Haus. Der gesundheits-schädigende Rauch beim Kochen am offenen Feuer ist jetzt Geschichte. Licht nach Sonnenuntergang ermöglicht den BhutanerInnen, die Tage länger zu nutzen: Für Lesen, Lernen und Handwerksstunden bleibt mehr Zeit. Und Strom ist – als Basis für die Nutzung von Mobiltelefonie und Internet – das Tor zur Außenwelt.

Große Sprünge in der Stromversorgung

Heute haben nahezu alle städtischen Haushalte und 87 Prozent der ländlichen Haushalte Zugang zu Strom. Das sind zehnmal so viele wie vor 20 Jahren. Der Stromtarif ist sozial und progressiv gestaffelt, sodass sich auch die Ärmsten eine günstige Basisversorgung leisten können. Österreich war maßgeblich am Bau der wichtigsten Wasserkraftwerke Rangjung und Basochhu 1 & 2 beteiligt. Seit 2009 wird das Kraftwerk Dagachhu gebaut. Dieses folgt bereits einem Public-Private Partnership (PPP) Modell und wird mit Eigenmitteln des Königreichs, privatem Investment und über Kredite finanziert. Österreich stellt technische Beratung zur Verfügung. 2014 soll das Kraftwerk in Betrieb gehen.

Die Bewahrung der natürlichen Umwelt ist eine von vier Säulen des bhutanischen Entwicklungsplans. So bringen unterirdische Leitungen den produzierten Strom in entlegene Dörfer im Phobjikha Tal. Nistgebiete seltener Schwarzhals-Kraniche werden dadurch geschützt. Mit der Royal Society for Protection of Nature kam erstmals eine ökologische Bauaufsicht zum Einsatz. In Zukunft wird Österreich Bhutan beim weiteren Ausbau der Wasserkraft verstärkt mit umwelt- und sicherheitstechnischem Know-how unterstützen.

Wasserkraft für Wirtschaft und Entwicklung

Das nachhaltig nutzbare Wasserkraftpotenzial von etwa 30.000 Megawatt (MW) bzw. 120.000 Gigawattstunden an jährlicher Erzeugung ist gegenwärtig erst zu fünf Prozent ausgebaut. Bis 2020 will das Königreich die derzeitige Kapazität von 1.500 MW auf 10.000 MW steigern. Schon heute ist der Energiesektor der stärkste Wirtschaftsmotor und Devisenbringer Bhutans. Rund 33 Prozent der gesamten Exporteinnahmen stammen aus Stromlieferungen nach Indien. Die Erlöse von rund 145 Millionen Euro werden lokal in Programme für Bildung, Gesundheit und ländliche Elektrifizierung investiert – ganz nach dem Prinzip des Bruttonationalglücks.

  • Mit Wasserkraft gelingt es Bhutan seine Bevölkerung mit Strom zu versorgen.
    foto: ©istockphoto

    Mit Wasserkraft gelingt es Bhutan seine Bevölkerung mit Strom zu versorgen.

  • Bhutan schafft es zunehmend die Finanzierung der Wasserkraftwerke eigenständig zu bestreiten.

    Bhutan schafft es zunehmend die Finanzierung der Wasserkraftwerke eigenständig zu bestreiten.

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