Spiele-Entwickler: Steam-Controller ist gut, aber nicht perfekt

30. September 2013, 16:42
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"Super Meat Boy"-Erfinder Tommy Refenes testete Valves Eingabegerät

Indiefreunden dürfte Tommy Refenes ein Begriff sein. Er ist eines der beiden Mitglieder von Team Meat, die für den erfolgreichen und beinharten Plattformer "Super Meat Boy" verantwortlich zeichnen. Valve hat ihm eine Testrunde mit ihrem neuen Eingabegerät, dem Steam Controller, ermöglicht.

Was Steuerung angeht, beschreibt sich Refenes selbst als wählerisch. Den ersten PlayStation 3-Controller hatte er abgelehnt, weil er zu leicht war und nicht über DualShock verfügte. Den Controller der Ouya lehnt er wegen Latenzproblemen ab. Alleine am Finetuning der Steuerung von "Super Meat Boy" hat er nach eigenen Angaben zwei Monate verbracht.

Ungewöhnlich

"Der Steam-Controller ist seltsam", schreibt er. "Wo normalerweise deine Daumen liegen, wenn man ein Gamepad hält, gibt es nur die zwei runden Trackpads." Ungewöhnlich ist auch die Platzierung der vier Tasten in der Mitte, rund um das künftige Touchscreen-Display. Diese sollen aber allem Anschein nach mehr für Zusatzfunktionen dienen, je nachdem welches Spiel gespielt wird.

Guter Eindruck

Die erste Session wurde von Refenes dann auch mit "Super Meat Boy" absolviert. Dabei wurde das linke Trackpad anstelle des Pads verwendet, das rechte diente Sprung-Taste. Nach anfänglichen Problemen, einer Umstellung des Fernsehers sowie einem Firmware-Update zur Bereinigung der zu empfindlichen Abfrage, funktionierte die Steuerung gut genug, um das Spiel auf fortgeschrittene Art und Weise zu absolvieren.

Danach war "Spelunky" an der Reihe, ebenfalls ein Plattformer, der jedoch vier Aktionstasten verwendet. Diese wurden auf das rechte Touchpad gelegt, während das linke weiterhin für die Bewegungsrichtungen zuständig war. "Ich habe mich durch 'Spelunky' gespielt und der Controller hat großartig funktioniert", schreibt der Entwickler. Selbst in engen Momenten, in welchen die Betätigung mehrerer Steuerelemente bei großer Präzision erforderlich war, soll sich der Steam Controller gut geschlagen haben.

Einzig eine Anmerkung brachte Refenes ein: Er riet Valve zur Implementation kleiner Erhebungen auf den Trackpads, um besser feststellen zu können, so man mit dem Finger befindet – ähnlich wie sie die F und J-Tasten der meisten Tastaturen aufweisen.

Positives Fazit

Während er alle Spiele, die er ausprobiert hat, letztlich ohne Probleme bedienen konnte, würde der Programmierer aber derzeit noch seinem Favoriten, den Xbox 360-Controller den Vorzug geben – was aber nicht als negative Kritik zu werten sei, ist es doch auch eine Gewöhnungssache. "Wären morgen alle Game Controller von der Erde verschwunden und der Steam Controller wäre die einzige Option, wäre das meiner Ansicht nach kein Problem", so Refenes abschließend. (red, derStandard.at, 30.09.2013)

  • Unter den kritischen Händen von Tommy Refenes hat sich der Steam Controller bewährt.
    foto: valve

    Unter den kritischen Händen von Tommy Refenes hat sich der Steam Controller bewährt.

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