Im Mutter-Kind-Heim: "Hier kann ich wieder zur Ruhe kommen"

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Die 25-jährige Miria Kimbembe lebt gemeinsam mit fast 250 Senioren, 18 Müttern und rund 30 Kindern im Kolpinghaus in Wien-Favoriten

Wer die 25-jährige Miria Kimbembe besuchen will, betritt zunächst ein Altenheim. In der lichtdurchfluteten Eingangshalle ist es kurz vor 12 Uhr geschäftig, viele ältere Bewohner strömen zum Mittagessen in einen Saal im Erdgeschoß. Auf dem Menü steht Leberkäse mit Mischgemüse oder wahlweise gebackene Champignons. Bei genauerem Hinsehen springt der kleine Spielplatz unter den Stufen in das Auge: ein farbenfroher Hinweis, dass es sich um keine gewöhnliche Pensionistenresidenz handelt. Im Kolpinghaus "Gemeinsam leben" in der Maria-Rekker-Gasse im zehnten Wiener Gemeindebezirk leben seit zehn Jahren Jung und Alt unter einem Dach.

Von der hungrigen Geschäftigkeit der Senioren bekommt Miria Kimbembe im Mutter-Kind-Heim, kurz MuKi, an diesem Tag nichts mit. In ihre knapp 40 Quadratmeter große Wohnung im dritten Stock gelangt man über einen langgezogenen grauen Gang, der durch Bemalungen in Regenbogenfarben freundlicher gestaltet wurde. Die Mutter wohnt seit März mit ihrem fünf Monate alten Sohn Johann und dem zehnjährigen Jeffrey hier. Es gibt in dem siebenstöckigen Gebäude 204 Plätze für Menschen, die stationäre Pflege benötigen. Weiters stehen 40 Plätze für Senioren zur Verfügung, die Betreuung benötigen, aber noch selbstständig wohnen können. Im MuKi leben momentan 18 Mütter mit insgesamt fast 30 Kindern. Meist sind die Gründe für ihren Aufenthalt hier Armut, Verschuldung oder häusliche Gewalt.

Miria Kimbembe mit ihrem Sohn Johann.

Kimbembe kann hier ihr Leben für die Zeit nach dem Auszug organisieren. Hilfe bekommt sie dabei von den hausinternen Sozialarbeiterinnen. Im Jahr 2006 kam die Kongolesin nach Österreich und lebte bei ihrer Mutter, die bereits davor immigriert war. Ihr älterer Sohn lebte noch vier Jahre bei der Tante im Kongo, bis sie ihn nachholen konnte. Danach hatte Kimbembe eine eigene Wohnung im 16. Bezirk, doch der befristete Mietvertrag lief in diesem Jahr aus. Plötzlich stand sie mit ihren beiden Kindern ohne leistbare Unterkunft da. Der Fonds Soziales Wien vermittelte sie an das Kolpinghaus und fördert ihre temporäre Unterkunft. 235 Euro der Miete zahlt die Mutter selbst. Nun lebt sie zwar beengter, aber dafür sei es nicht so laut wie in der alten Wohnung. "Hier kann ich zur Ruhe komme. Das genieße ich", sagt sie und lächelt. Auch der Kontakt mit ihren Nachbarinnen wertet das Wohnen auf: "Wir sind hier wie eine große Familie und passen gegenseitig auf unsere Kinder auf."

Obwohl Kimbembe ausgezeichnet Deutsch spricht, bevorzugt sie in der ungewohnten Situation vor der Kamera ihre Muttersprache Französisch: "So bin ich schneller."

Kimbembes Wohnung hat eine eigene Küche und ein Badezimmer. Nur die Waschmaschine wird am Gang geteilt. Sie sieht das Kolpinghaus als Übergangslösung, was die Einrichtung widerspiegelt: Die meisten Möbelstücke befanden sich bereits in der Wohnung. Nur eine helltürkise Ledercouch, die sie selbst mitgebracht hat, sorgt für einen frischen Farbakzent. Auch Dekorationen und Bilder fehlen. Die Kinderspielzeuge räumt sie immer gleich weg: "Ich mag es nicht, wenn so viel herumliegt. Es soll immer alles am richtigen Platz stehen."

Am liebsten ist sie am Balkon, wo sie Bücher liest oder den Kindern im Innenhof beim Spielen zusieht. Am meisten stört sie die schwere Schiebetür zum Schlafbereich, der ein Stockbett, ein Bett und eine Ausziehcouch beinhaltet. Zum einen ist es ein Vorteil, dass bei Besuch dieser private Bereich verborgen werden kann. Andererseits muss sie mehrmals am Tag die sperrige Holzplatte hin- und herschieben.

Eine schwere Schiebetür trennt den Schlafbereich vom Wohnzimmer und sorgt für ein wenig Privatsphäre in der kleinen Wohnung.

Ihre Zeit verbringt sie mit ihrer Schwester, die oft auf Besuch kommt, oder am Telefon. Um mit ihren Verwandten im Kongo zu telefonieren, kauft sie eine spezielle Karte. Fünf Euro reichen für 50 Minuten. "Ich kann auch manchmal zwei Stunden telefonieren", sagt sie und lacht. Auch der eigene Fernseher mit acht Kanälen kommt regelmäßig zum Einsatz, besonders gerne schaut sie "Anna und die Liebe".

Ingrid Kuhn wohnt seit drei Jahren in einer Seniorenwohnung des Kolpinghauses. Vor ihrer Wohnung schmücken ihre prachtvollen Blumen den Gang.

Kontakt über die Kinder

Kimbembe ist eher schüchtern und nutzt die sozialen Angebote weniger. Ihr älterer Sohn ist nach der Schule hingegen viel im Haus unterwegs. Besonders beliebt ist der wilde Spielraum, der intern nur "Toberaum" genannt wird. Doch nicht nur die Kinder, sondern auch die Senioren sind seine Spielpartner. "Den Jeffrey, den kenn' ich", ruft die 75-jährige Ingrid Auer erfreut aus. Die Jüngsten im Haus besuchen sie gerne im Dachgeschoß. "Die Kinder wissen schon, wo sie ihre Zuckerl bekommen", sagt sie verschwörerisch.

Der Speiseraum ist einer der unzähligen Gemeinschaftsräume. Zur Mittagszeit sind die meisten Kinder jedoch noch in der Schule oder im Kindergarten.

Sie lebt seit drei Jahren in einer kleinen Seniorenwohnung im Dachgeschoß. Als Auer in das Altersheim kam, habe sie sich gefragt, was sie will: "Sollte ich nur noch heulen? Nein. Ich wollte den anderen helfen." Apathie und Lustlosigkeit am Leben können bei der Seniorin gar nicht erst aufkommen. Ihr bestes Gegenmittel ist ihre Geselligkeit. In den unterschiedlichen Gruppen kann sie das ausleben. Die räumliche Nähe allein fördert schon das soziale Miteinander mit den jungen Frauen des MuKi, der erste Kontakt entstehe jedoch oft über die Kinder, mit denen sie bastelt und lernt. Doch viele Familien bleiben nur einige Monate, bis die Notsituation überwunden ist.

Auch Miria Kimbembe will nur ein Jahr nutzen, obwohl sie zwei bleiben könnte. Sie hofft auf eine kleine Gemeindewohnung, die sie beantragt hat. Gemeinsam mit ihren zwei Kindern kann sie auf 40 bis 50 Quadratmeter hoffen. Nach der Karenz möchte sie wieder im Kindergarten arbeiten, dafür hat sie eine Zusatzausbildung gemacht. Für ihr Traumhaus hätte sie bescheidene Wünsche: zwei eigene Kinderzimmer und einen eigenen Balkon. (Julia Schilly, DER STANDARD, 4.10.2013)

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1.420 Euro monatlich vom Staat

Gemäß Mindestsicherung bekommt die Frau mit zwei minderjährigen Kindern 1.420 monatlich, 12 mal ausgezahlt. (inklusive der Mindestsicherung für Wohnbedarf). Dann gibts noch zusätzlich Wohnbeihilfe etc.
Das ist sicher nicht viel, liegt aber noch über vielen Lohneinkommen.

Wieso geh ich überhaupt arbeiten?

Auch meine Nachbarin (1 Kind) lebt schon seit Jahren ganz gut vom Staat. Sie raucht täglich ihre Schachtel Zigaretten, geht alle zwei Monate zum Friseur, der Kühlschrank ist immer voll - nur Auto hat sie keines.

der vater der kinder

(oder die väter) fehlt in der geschichte. und vermutlich sonst auch einiges. warum kann eine frau nicht mit karenzgeld und kinderbeihilfe allein über die runden kommen? die alimente vom vater werden eh vom staat vorgestreckt, wenn der nichts zahlt.
also wenn man schon so eine persönliche lebensgeschichte erzählen muss, dann sollte sie auch komplett und nicht lückenhaft sein. sonst kommen sich die leser irgendwie manipuliert vor.
(ein satz hätt genügt).

wenn man rd. 400 euro karenzgeld und rd. 200 euro fb bekommt (vorstreckung der alimente erst, wenn alle rechtl. möglichkeiten des staates ausgeschöpft sind - also, kann das durchaus ein paar jahre in anspruch nehmen) - das sind dann auch in diesem alter rund 300 euro.

900 euro - davon zahlen sie dann eine miete am freien markt UND die kosten des tgl. lebens (in die schule wird der kleine ja auch müssen!).

Der kindsunterhalt wird vom Staat nur dann bevorschusst, wenn dieser beim Unterhaltspflichtigen einbringlich gemacht werden kann. Geht das nicht, weil der Vater zB im Ausland ist, gibt es keinen Unterhaltsvorschuss.
Wenn der Vater nicht gerade Arzt, selbständiger und erfolgreicher Handwerker oder ähnliches ist, wird der Unterhalt auch eher gering sein.

Das ist eine schöne und sinnvolle Einrichtung aber ganz so konfliktfrei

geht es dort nicht ab. Ich kenne eine Krankenschwester die als Stationsschwester dort arbeitete und immer wieder von Konflikten zwischen betagten Bewohnern und den Bewohnern des Mutter-Kind Traktes berichtete.

Bei der

Arbeitslosigkeit fürchte ich, daß der Ruhezustand noch länger dauern wird.

lt artikel ist sie in karenz und arbeitet danach wieder im kindergarten

Schön, dass es solche Einrichtungen gibt, die Menschen in Not helfen, nur,...

sieht so das erfolgreiche Einwanderungsmodell der Zukunft aus?...Einwanderung in den Sozialstaat.

Die Dame hat eine Berufsausbildung. Sie hat vor der Geburt gearbeitet und plant auch nachher wieder zu arbeiten. Was passt Ihnen also nicht?

3. Versuch: Die Dame hat laut Artikel eine Zusatzausbildung, durch die sie im Kindergarten einer nicht näher beschriebenen Tätigkeit nachgehen kann.

Meinen Sie, dass Qualifikationen dieser Art tatsächlich dazu beitragen, dass der Wohlstand in unserem Land wächst, vor allem wenn die Dame offensichtlich zum Sozialfall wurde?

"Hier kann ich zur Ruhe komme. Das genieße ich", sagt sie und lächelt.

Ist es auch sozial, wenn man soziale Problemfälle einfach in Megasiedlungen abschiebt und somit für zusätzliche Unruhe sorgt? Sollte sozialer Wohnraum grundsätzlich nicht auch sozial betreut werden?

Speziell hilfsbedürftige Menschen sollten nicht noch zusätzlich durch "asoziale Unruhestifter" belästigt werden müssen.

Denke da müsste es beim Sozialen Wohnbau ein großes Umdenken stattfinden. Außer solche Zustände sind politisch gewollt?

Eine junge Mutter findet erst in einem Altersheim! eine geeignete und günstige Wohnung! Ist das soziales Wohnen für die Zukunft??

in einer ähnlichen mutter-kind-einrichtung komme ich

von zeit zu zeit. die frauen sind am boden zerstört und in einer kritischen situation, stehen sie doch mit ihren kindern quasi auf der straße bevor sie dorthin kommen. das haus tut sehr viel für die kinder, sie werden stark unterstützt, das entlastet die mütter. die kinder sind unter ihresgleichen und machen einen fröhlichen eindruck. wenn diese übergangszeit zuende ist, vermissen sie die community und sind vergleichsweise allein. viele verbindung zum heim reißen nicht ab, die community ist lebendig und offen, manche heimkinder kommen später weiterhin als ehrenamtliche, so zB konkret zwei österreichische jugendliche, die als buben im heim gewohnt haben. diese wohngemeinschaft ist einer zwangslage geschuldet, sie hat nicht nur nachteile.

schöne Welt...

ich hackle, wie Auguren vorweg sagen bis ich vielleicht 75 bin. Habe trotz Studium mit 15 angefangen (war selber verwundert über die Aufstellung der PV) zahle mehr als die Hälfte meines Einkommens in Österreich an Vater Staat (Steuern und SV), über Gebühren und MWST, Möst und Vignette noch nicht gesprochen.
Vom Rest lebe ich und habe soviel gespart, dass ich mir eine Wohnung kaufen konnte. Nix besonders, ein Dach über dem Kopf halt.
Am Abend sitze ich dann auch gerne am Balkon und lese ein Buch.
Dann frage ich mich: was habe ich falsch gemacht.Warum muss ich jeden Morgen raus und hackeln während andere...
Würde diese meine Story jemals im Standard veröffentlicht werden? Eher nicht, oder?

????

Nein, und seien sie froh darueber, geniesen sie ihr leben und beneiden sie nicht die, die weniger haben.

Von mir bekommen Sie dafür eine Runde Mitleid und falls die amal nach Innsbruck verschlag greagsch a nu a gscheide Umarmung.

Ich versteh Sie nicht: Karenz ist für alle da. Ich wundere mich, Ihren Aufschrei bei keinem der

Politischen Verschwenderprojekte gelesen, hier bei einer Mutter mit Kind, die vorübergehend Hilfe braucht? Gehts noch?

es steht im artikel, dass sie gerade in karenzurlaub ist und dannach wieder im kindergarten arbeten wird

das "wieder" bedeutet, dass sie dort auch vorher gearbeitet hat

wo ist ihr problem?

Immerhin konnten Sie sich eine Wohnung kaufen und wenn Sie einmal Probleme haben, dann wird Ihnen vom Vater Staat geholfen. So etwas nennt sich Sozialstaat und wenn dies Ihnen nicht gefällt, es gibt auf diesem Planeten genügend Staaten, welche mit der für sie passenden Staatsform ausgerüstet ist.

Ich "hackle" auch. Wenn ich mir ansehe, dass viele meiner Kollegen weniger "hackeln" und mehr im Monat aufs Konto überwiesen bekommen, dann frag ich mich zwar auch, warum ich so viel "hackle" - aber wenn ich nix hackeln würde, würde ich weniger Geld im Monat haben. Man kann sich immer und überall aufregen. Es wird immer Leute geben, die mehr haben. Es wird immer Leute geben, die weniger haben. Man sollte schauen, dass man mit seinem Leben glücklich wird - wir haben nur das eine. Außerdem sollte man sich nicht von gewissen Politikern aufhetzen lassen.

.........................".Warum muss ich jeden Morgen raus und hackeln während andere... "...............

Eine mutter gehört zu ihrem kleinkind, und nicht an einen arbeitsplatz!

Es ist heute nicht so einfach arbeit zu finden.

Also sind sie froh, dass sie arbeit haben, und verunglimpfen sie nicht jene, die probleme mit ihrer integration haben. Farbige, die oft keine berufsausbildung genossen haben, haben es in unserer gesellschaft besonders schwer.

An der bewertung sieht man allzudeutlich den einfluss STRACHES, der die inländer soooo liebt !

Würde diese meine Story jemals im Standard veröffentlicht werden

why not? aber sie haben sie schon erzählt, danke.

Warum muss ich jeden Morgen raus und hackeln während andere... :
mit manchen menschen möchte man nicht tauschen wollen.

Was verstehen Sie an folgenden Worten nicht: Dann wird sie WIEDER im Kindergarten ARBEITEN????

ich hackle auch, und wenn men arbeitgeber mich lässt gerne auch über das gesetzliche antrittsalter hinaus,

ich zahle reichlich steuern und beiträge, und ich freue mich jedesmal, wenn ich sehe, dass mit diesem geld auch menschen in schwierigen situationen geholfen wird.

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