US-Senatorin bestätigt NSA-Zugriff auf Internet-Infrastruktur

30. September 2013, 11:01
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Dianne Feinstein wollte eigentlich über illegales Ausspionieren von US-Bürgern berichten

Die Vorsitzende des US-Geheimdienstausschusses hat wohl versehentlich bestätigt, dass die NSA auf die Internet-Infrastruktur zugreift. Im Rahmen einer Anhörung hat Dianne Feinstein ein Statement zum Vorgehen NSA vorgelesen, berichtet Techdirt. Darin behauptet sie, dass Kommunikationsdaten wie E-Mails bei US-Unternehmen abgerufen werden, die den Internet-Backbone verwalten.

Eigentlich Statement zu Fehlverhalten der NSA

Die Abgeordnete hatte eigentlich darauf hinweisen wollen, dass die NSA das in den USA widerrechtliche Ausspionieren von US-Bürgern eingestellt habe. Allerdings bestätigte sie gleichzeitig einen der Vorwürfe durch Edward Snowden, der schon früher behauptet hatte, dass die NSA Daten direkt an der Netz-Infrastruktur abgreife – von der NSA "Upstream" genannt.

In ihrer Rede spricht Feinstein vom "Internet-Background", dürfte aber "Backbone" gemeint haben. Dass das Sammeln von Daten beispielsweise über Glasfaserkabel nicht allzu schwer ist, erklärte Netzwerk- und Sicherheitsspezialist Teemu T. Schaabl bereits im Juni in einem Interview mit dem WebStandard. Auch der britische Geheimdienst soll Unterseekabel anzapfen.

Millionenbeträge an Unternehmen

Die US-Regierung soll US-Unternehmen jährlich Beträge in Millionenhöhe zahlen, damit diese den Zugriff auf ihre Daten und Infrastruktur preisgeben. Neben Firmen wie Yahoo, das dies bereits bestätigte, soll auch AT&T mit US-Behörden kooperieren, wie zuvor berichtet wurde. In einem Interview mit dem WebStandard erklärte Microsoft-Österreich-Chef Georg Obermeier, dass Daten nur nach richterlicher Anweisung herausgegeben würden. (red, derStandard.at, 30.9.2013)

  • Die NSA dürfte tatsächlich Daten an der Internet-Infrastruktur abgreifen. Was Edward Snowden und Kritiker bis jetzt schon behauptet haben, wurde nun von einer US-Senatorin bestätigt. 
 
    foto: reuters

    Die NSA dürfte tatsächlich Daten an der Internet-Infrastruktur abgreifen. Was Edward Snowden und Kritiker bis jetzt schon behauptet haben, wurde nun von einer US-Senatorin bestätigt.

     

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