"Klein gegen Groß" auf ARD: Her mit der Stute

Ansichtssache29. September 2013, 17:55
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Deutschland ist nicht eben ein glänzendes Vorbild in Sachen Kinderfreundlichkeit - sagen zumindest jene, die dort Kinder haben. Wie so oft sieht die Sache im Fernsehen etwas anders aus. "Klein gegen Groß - das unglaubliche Duell", am Samstag auf ARD von Kai Pflaume präsentiert, blendet nicht nur die deutschen Verhältnisse (Kinderarmut, schlecht ausgebildetes oder gar nicht erst existentes Betreuungspersonal und andere unschöne Politikthemen) komplett aus, es betreibt stattdessen eine tatsächlich unglaubliche Zurichtung.

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foto: ndr/i+u tv

Minderjährige (sprich: die Kleinen) dürfen sich hier mit prominenten Erwachsenen (sprich: den Großen) messen. Ihre Ideen weisen dabei vor allem auf einen großen Fernsehkonsum der Kleinen hin, scheinen sie doch alle wie von "Wetten, dass ...?" geklaut: Wer erkennt etwa mehr Asterix-Bände an nur einer Sprechblase - der sechsjährige Silas oder Moritz Bleibtreu? Auch das Duell Hendrik (7) gegen Tim Bendzko, in dem es darum ging, wer mehr Autos am Geräusch des Warnblinkers erkennen kann, war ein Nervenkrimi.

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Interessant machten den Abend daneben nicht nur die Namen der Kinder (Anna Monta, Mimo), sondern auch, wie sie schon früh auf ein Dasein als nutzbringendes Mitglied der Gesellschaft hindressiert werden: Es geht hier einzig und allein ums Gewinnen. Bevor es mit dem Duell losging, durfte jedes Kind noch einen martialischen Satz loslassen - auf dass ja kein Zweifel an seinem Killerinstinkt aufkomme. Was in keinem der Statements fehlte: Ich bin der Beste. Mich schlägt niemand. Zur Belohnung gab es dann zum Beispiel eine Haflingerstute. Man darf sich schon darauf freuen, wenn diese Kleinen einmal groß sind. (Andrea Heinz, DER STANDARD, 30.9.2013)

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