Warum es wichtig ist, Rochenarten an den Kiemen zu erkennen

28. September 2013, 17:59
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Wegen einer neuen "Medizin"-Mode finden sich auf asiatischen Märkten immer mehr Rochenkiemen

Kiel - Deutsche und US-amerikanische Forscher haben eine Systematik entwickelt, wie sie verschiedene Rochen-Arten am Filtergewebe ihrer Kiemen unterscheiden können. Bei neun verschiedenen Arten aus der Gruppe der Teufelsrochen - inklusive des Riesenmanta - ist es ihnen gelungen, dieses Körpermerkmal für eine eindeutige Identifizierung heranzuziehen. Dafür analysierten die Forscher Exponate aus Museen, schwammen aber auch mit lebenden Tieren, um deren Nahrungsaufnahme zu studieren, wie die Universität Kiel berichtet. 

Potenziell gefährliche Modeerscheinung

Der Grund für diese Mühen liegt im Artenschutz: Schon länger wollen Tierschutzorganisationen Rochen unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen stellen. Sie waren aber bisher nicht in der Lage zu sagen, welche Arten genau diesen Schutz benötigen. Zugleich hat sich in Asien, insbesondere Indonesien, eine neue Mode "alternativer Heilmittel" ausgebreitet: Getrocknete Rochenkiemen gelten plötzlich als Mittel gegen diverse Beschwerden.

Da lediglich die Kiemen zum Verkauf angeboten werden, konnte man bislang nicht sagen, welche Rochen-Arten genau gefischt und auf diese Weise verwertet werden.  "Man könnte unsere Studie jetzt mit auf einen Markt nehmen und damit die Spezies identifizieren, von der die Kiemen stammen. So bekäme man eine Vorstellung davon, in welcher Größenordnung jede einzelne Spezies gejagt wird", sagt Studienerstautorin Misty Paig-Tran von der Universität Washington. 

Zur Wirksamkeit des neumodischen "Heilmittels" konstatiert Paig-Tran nüchtern: "Weder in der Vergangenheit noch in der traditionellen Medizin wurden die Kiemen verwendet und es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass die getrockneten Kiemen beispielsweise dazu beitragen, Giftstoffe aus der Leber zu filtern." (red, derStandard.at, 28. 9. 2013)

 

  • Mit einer Spannweite von zwei Metern ist dieser Riesenmanta noch ein Baby; ausgewachsen werden es an die sieben Meter sein.
    foto: ap photo/the okinawa churaumi aquarium

    Mit einer Spannweite von zwei Metern ist dieser Riesenmanta noch ein Baby; ausgewachsen werden es an die sieben Meter sein.

  • Computertomografische Aufnahme eines Teufelsrochen-Skeletts: Die Kiemenbögen sind blau und die Filterstrukturen rot dargestellt.
    foto: kleinteich

    Computertomografische Aufnahme eines Teufelsrochen-Skeletts: Die Kiemenbögen sind blau und die Filterstrukturen rot dargestellt.

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