Wie zwei Tänzerinnen Begriffe improvisieren

26. September 2013, 17:00
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"Amness" von Fumiyo Ikeda und Un Yamada

Sie ist Mitglied der ersten Stunde bei Rosas, der Company der belgischen Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker. Das bedeutet drei Jahrzehnte harte Arbeit in einer der wichtigsten Tanzgruppen Europas. Fumiyo Ikeda, geboren 1962 im japanischen Osaka, gilt als exzellente Tänzerin.

Jetzt hat die in Brüssel lebende Künstlerin ein Duett mit einer Kollegin entwickelt: Un Yamada (44), die in Japan lebt und arbeitet, wo sie 2002 ihre eigene Tanzgruppe Co. Yamada Un gründete.

Getroffen hatten sich die beiden vor drei Jahren anlässlich einer Aufführung von In Pieces, einem Solostück, das Forced-Entertainment-Regisseur Tim Etchells 2009 für Ikeda geschrieben hatte: eine Reflexion des Arbeitslebens der Rosas-Tänzerin.

In Pieces war vor vier Jahren in Wien und Salzburg zu sehen, und schon 2007 hatte Fumiyo Ikeda (bei Impulstanz) gezeigt, dass sie Ambitionen hatte, auch außerhalb von De Keersmaekers Company zu arbeiten - mit Nine Finger, einem Stück, das in Kooperation mit Alain Platel und Kris Verdonck geschaffen worden war.

Amness ist das Ergebnis einer Long-Distance-Arbeitsbeziehung, in der Ikeda und Yamada via E-Mail 900 Begriffe austauschten. Sie dienen als Grundlage für ihre Tanzimprovisationen zur Musik von Johann Sebastian Bach. (Helmut Ploebst, DER STANDARD, 27.9.2013)

Amness: Dom im Berg, 10.-12. 10., 21.30


Dieser Artikel entstand mit finanzieller Unterstützung des Steirischen Herbsts. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim STANDARD.

  • Das Duo Un Yamada (li.) und Fumiyo Ikeda tanzt 900 Wörter zu Johann Sebastian Bachs Passacaglia. 
    foto: hirohisa koike

    Das Duo Un Yamada (li.) und Fumiyo Ikeda tanzt 900 Wörter zu Johann Sebastian Bachs Passacaglia. 

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