Oktober in München

29. September 2013, 16:35
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Sascha Aumüller erklärt, warum kultivierte Städtereisende den Oktober in München nicht fürchten müssen

Erstens: Wenn ein Bierzelt, das "Oktoberfest" heißt, einer Stadt volle zehn Septembertage aber nur sechs Oktobertage Ausnahmezustand beschert, gibt es keinen statistischen Grund, dort den Herbstmonat Numero zwo zu meiden.

Zweitens: Münchens Attitüde "nördlichste Stadt Italiens" sein zu wollen, ist 2013 mit der Wiedereröffnung des Lenbachhauses, einer italienischen Renaissancevilla, architektonisch wieder ein bisserl wahrer geworden.

Drittens ist genau dieses Lenbachhaus Heimat der einzigartigen Sammlung der Gruppe Der blaue Reiter - und als solches halt ein Museum, das eben jetzt im Oktober interessant wird, da es in München womöglich doch häufiger regnet als in einer nördlichen Stadt Italiens.

Viertens ist mit der Neueröffnung des Ägyptischen Museums, das eine der bedeutendsten ägyptischen Sammlungen Deutschlands beherbergt, 2013 noch ein weiteres beachtliches Schauhaus dazugekommen.

Fünftens gab es im September, rechtzeitig für den Oktober, eine dritte Wiedereröffnung: In der Pinakothek der Moderne, dem bayerischen Hort herausragender Werke der klassischen Moderne und für Gegenwartskunst, war beim Renovieren geschludert worden. Nach dem ersten Reopening im Februar 2013 folgte nun das zweite, hoffentlich definitive.

Sechstens machen 57 andere Museen, die gar nicht erst wiedereröffnet werden mussten, München sowieso zu einer oktoberlichen Kunst-Spielwiesn. (Sascha Aumüller, DER STANDARD, 27.9.2013)

 

  • Das Lenbachhaus in München, das im Mai nach der Renovierung wiedereröffnet wurde.
    foto: städtische galerie im lenbachhaus münchen

    Das Lenbachhaus in München, das im Mai nach der Renovierung wiedereröffnet wurde.

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