"Österreich muss Neuseeland werden"

Reportage mit Video25. September 2013, 15:12
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SOS Mitmensch rief zur "Pass egal Wahl", und mehr als 600 Menschen aus 67 Staaten machten mit

Demokratisches Niemandsland: Hier befinden sich einige der Menschen, die sich am Dienstag auf dem Wiener Minoritenplatz in einem improvisieren Wahlzelt versammelten, um symbolisch ihre Stimme abzugeben. Sie können entweder wegen ihres Aufenthaltsstatus in Österreich oder wegen des Wahlrechts in der neuen und alten Heimat nirgends auf der Welt wählen. Aber auch viele Menschen mit modernen Lebensentwürfen einer globalisierten Welt kamen, um zu zeigen, dass sie dort wählen wollen, wo sie teilweise seit vielen Jahren ihren Lebensmittelpunkt haben und - nicht unerheblich - auch Steuern zahlen.

In Österreich werden bei der Nationalratswahl am Sonntag etwa 835.000 Menschen nicht wahlberechtigt sein. Alleine in Wien leben rund 335.000 Menschen ohne die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Es ist zu erwarten, dass die sogenannte Wahlrechtsinklusivität in einer Migrationsgesellschaft, wie sie Österreich ist, bei bleibender Regelung immer niedriger werden wird.

Selbstverständlich handelt es sich bei der Wahl nicht um eine repräsentative Umfrage. Aber das Ergebnis ist eigentlich gar nicht so wichtig: Es geht darum, ein Zeichen für ein inklusives, demokratischeres Wahlrecht zu setzen, sagen die Organisatoren der "Pass egal Wahl". "In Neuseeland dürfen Menschen mit Daueraufenthalt bereits nach einem Jahr an allen Wahlen teinehmen. Deswegen sagen wir 'Österreich muss Neuseeland werden'", erklärt Alexander Pollak.von SOS Mitmensch.

Laut Organisatoren machten 600 Menschen aus 67 Staaten mit bei der Wahl mit. (Olja Alvir/Siniša Puktalović, daStandard.at, 25.9.2013)

  • Bei der Nationalratswahl werden etwa 835.000 Menschen nicht wahlberechtigt sein.
    foto: siniša puktalović

    Bei der Nationalratswahl werden etwa 835.000 Menschen nicht wahlberechtigt sein.

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