Deutlich weniger Luftschadstoffe und Treibhausgase in Österreich

25. September 2013, 13:12
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Langzeitvergleich 1995 bis 2011: CO​2- und Stickoxid-Emissionen als unrühmliche Ausnahmen

Wien - Der Ausstoß von Luftschadstoffen und Treibhausgasen ist in den Jahren 1995 bis 2011 zum Teil deutlich zurückgegangen. Wie die Statistik Austria am Mittwoch mitteilte, konnten die Emissionen von Schwefeldioxid (SO2), Kohlenmonoxid (CO), Methan (CH4), Ammoniak (NH3) aber auch von Feinstaub reduziert werden. Unrühmliche Ausnahmen sind Kohlendioxid (CO2) sowie Stickoxide. Beide sind - trotz Abnahmen in den vergangenen Jahren - weiterhin die "schwarzen Schafe" in der Emissions-Entwicklung.

Die Statistik Austria hat für ihre aktuelle Luftemissionsrechnung nur die von in Österreich ansässigen Unternehmen, Institutionen und privaten Haushalten verursachten Emissionen auf der Basis der Österreichischen Luftschadstoff- und Treibhausgas-Inventur des Umweltbundesamtes (UBA) herangezogen - und dabei interessante Resultate erhalten: So ging etwa der Ausstoß von Schwefeloxid um 58,2 Prozent zurück, jener von Kohlenmonoxid um 51,2 Prozent und der von organischen Verbindungen ohne Methan (NMVOC) um 40,6 Prozent.

Weniger Feinstaub

Nicht ganz so enorm, aber dennoch erfreulich waren die Reduktionen von Methan-Emissionen (minus 29,5 Prozent), Stickstoffdioxid (minus 20,1 Prozent) auch Ammoniak (minus 10,8 Prozent). Erfolge gibt es auch von einem überaus prominenten Umwelt-Aufreger zu berichten - dem Feinstaub: Minus 8,8 Prozent beträgt demnach der Rückgang bei PM10 (die Hälfte der Partikel mit einem Durchmesser von zehn Mikrometer), bei PM2,5 (die Hälfte der Partikel mit einem Durchmesser von 2,5 Mikrometer) sogar 14,3 Prozent.

Eine Zunahme im Langzeitvergleich wurde lediglich bei Stickoxiden (NOx) und Kohlendioxid (CO2) verzeichnet. Die NOx-Emissionen stiegen laut Statistik Austria zwar zwischen 1995 und 2005 um 29,3 Prozent an, sanken aber in den Jahren 2006 bis 2011 um 14,2 Prozent. Positive Entwicklung mit dennoch negativer Bilanz: Denn insgesamt lagen die NOx-Emissionen 2011 immer noch um 10,2 Prozent über dem Niveau von 1995.

Private Haushalte liefern Beitrag

Ähnlich verhält es sich auch beim "Klimakiller Nr. 1", dem CO2: In den Jahren 1995 bis 2005 nahmen die Emissionen um satte 22,1 Prozent zu, während sie in der darauf folgenden Periode (2006 bis 2011) um 7,2 Prozent reduziert werden konnten. Was in Summe ein Plus von 11,6 Prozent im Langzeitvergleich ergab. "Die Reduktion der klimawirksamen CO2-Emissionen wurde unter anderem auch durch den vermehrten Umstieg auf erneuerbare Energieträger erreicht, deren klimaneutrale CO2-Emissionen aus biogenen Quellen von 1995 bis 2011 um 107,5 Prozent anstiegen", hieß es dazu in einer Aussendung.

Fazit der Statistiker: "Sowohl die privaten Haushalte als auch die Wirtschaft in ihrer Gesamtheit haben zur Verbesserung der Luftqualität und des Klimas beigetragen. Allerdings senkten die privaten Haushalte den Ausstoß aller beobachteten Luftschadstoffe und Treibhausgase bis auf 'CO2 aus sonstigen Quellen', während die Wirtschaft im Jahr 2011 bei NOx und dem klimawirksamen CO2 deutlich über den Werten des Jahres 1995 lag. In den Jahren 2008 bis 2011 gingen jedoch auch die NOx-Emissionen der Wirtschaft zurück. Beim CO2 setzte die Wirtschaft vermehrt auf klimaneutrale, erneuerbare Energieträger, deren Emissionen zwischen 1995 und 2011 um 214,7 Prozent zunahmen. Dadurch konnte der Anstieg der klimawirksamen CO2-Emissionen zwar nicht vermieden, aber abgeschwächt werden." (APA, 25.9.2013)

  • Im Langzeitvergleich wurde allerdinsg mehr CO2 ausgestoßen.
    foto: patrick pleul/dpa

    Im Langzeitvergleich wurde allerdinsg mehr CO2 ausgestoßen.

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