Neues System kann vor Sonnenstürmen warnen

27. September 2013, 12:22
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Schutz der technischen Infrastruktur: Deutsche Forscher stellen Prototyp eines Frühwarnsystems vor

Göttingen - Die Sonnenstürme in den vergangenen paar Jahren sind jeweils glimpflich verlaufen, zu den befürchteten Schäden an Satelliten oder Stromnetzen  kam es nicht. Damit das auch so bleibt, wenn die Teilchenströme von der Sonne mal stärker ausfallen, muss das "Weltraumwetter" genau beobachtet werden. An der Universität Göttingen stellten Experten einen Prototypen für das erste europäische Frühwarnsystem vor.

Das neue, insgesamt 2,5 Millionen Euro teure Frühwarnsystem namens "Advanced Forecast for Ensuring Communications Through Space" (AFFECTS) ist in der Lage, bereits rund eine Stunde nach Auftreten eines Sonnensturms erste Informationen über dessen Stärke liefern. "Aus der Analyse lassen sich die Eigenschaften des Sonnensturmes ableiten, der Zeitpunkt, wann er ungefähr auf der Erde eintrifft und welche Auswirkungen das Unwetter hier haben wird", erklärt Projektleiter Volker Bothmer von der Uni Göttingen.

Bei starken Sonnenstürmen lässt sich den Projektverantwortlichen zufolge eine Vorwarnzeit von zwölf Stunden bis zu mehreren Tagen erreichen. Die generelle "Großwetterlage" könne für etwa ein bis zwei Wochen im Voraus beurteilt werden. An dem Projekt sind neben der federführenden Uni Göttingen noch mehrere weitere deutsche Forschungseinrichtungen und Firmen sowie Wissenschafter aus den USA, Belgien, Norwegen sowie der Ukraine beteiligt. (APA/red, derStandard.at, 27. 9. 2013)

 


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AFFECTS

  • Die Sonne stößt einen ständigen Strom geladener Teilchen aus. Kommt es zu Sonneneruptionen oder koronalen Massenauswürfen, kann sich dieser "Sonnenwind" zum Sturm auswachsen.
    illustration: nasa

    Die Sonne stößt einen ständigen Strom geladener Teilchen aus. Kommt es zu Sonneneruptionen oder koronalen Massenauswürfen, kann sich dieser "Sonnenwind" zum Sturm auswachsen.

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