Wo unerwünschte Fremde Freunde sind

23. September 2013, 18:46
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Karin Klaric bietet Menschen Obdach und Hilfe, die kurz vor einer als besondere Härte empfundenen Abschiebung stehen

Wien – Vor drei Jahren machte das Wohnhaus in der  Arndt­straße in Wien-Meidling asylpolitische Schlagzeilen: Im Morgengrauen des 17. September 2010 riss hier die Fremdenpolizei den Vater und die zwei Töchter Komani (damals acht) aus den Betten, um sie von der erkrankten Mutter getrennt in den Kosovo auszufliegen.

Der drastische Vorgang war von den Mitarbeitern des hausbetreibenden Vereins Purple Sheep dokumentiert worden, auch Medien waren anwesend. So entstand Druck gegen Kinderabschiebungen. Mit der offiziellen Rückholung der Komanis nach Österreich war klar: Der Plan der Haus-Initiatorin Karin Klaric, einen Ort und so Schutz für Menschen zu schaffen, die vor inhumanen Außerlandesbringungen stehen, war aufgegangen.

Diesen Schutz haben seither weitere 500 Abschiebegefährdete erfolgreich in Anspruch genommen, 118 Menschen werden aktuell betreut. Das Haus und die zur Verfügung stehenden Wohnungen außerhalb seien infolge der Härte etlicher Ausweisungsentscheidungen nach wie vor voll ausgelastet, strich Klaric bei der Dreijahresgeburtstagsparty am Sonntag heraus. Die ging bis in den Morgen, mit Speis und Trank aus aller Welt und dem neuen Dokumentarfilm über das Freunde-Schützen-Haus, dem Purple Movie. (bri/DER STANDARD, 24.9.2013)

  • Bietet Menschen Obdach und Hilfe, die kurz vor einer als besondere Härte empfundenen Abschiebung stehen: Karin Klaric.
    foto: der standard/christian fischer

    Bietet Menschen Obdach und Hilfe, die kurz vor einer als besondere Härte empfundenen Abschiebung stehen: Karin Klaric.

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