Crowdfunding-Projekt entwickelt 3D-Drucker um 70 Euro

29. September 2013, 09:44
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Per Modul um Scanner-Funktion erweiterbar – Lieferung für kommenden Sommer geplant

Die Technologie des 3D-Drucks wird immer erschwinglicher. Ein Crowdsourcing-Projekt möchte nun die Messlatte in Sachen Preis mit dem "Peachy Printer" erneut niedriger legen, ohne dabei die Qualität des Gerätes zu beeinträchtigen.

Genau 100 kanadische Dollar verlangt Hersteller Rinnovated Design für das Gerät. Aktuell entspricht dies knapp 72 Euro. Eine begrenzte Anzahl war gar für 90 Dollar zu haben. Es gibt bereits eine Reihe von anderen 3D-Drucker-Sets für den Selbstaufbau für einen niedrigen dreistelligen Betrag, diese erweisen sich aber oft als wenig langlebig, da bei der Materialqualität gespart wurde.

Weniger mechanische Komponenten

Diesen Kompromiss will Rylan Grayston nicht eingehen. Er hat, wie er im Vorstellungsvideo erzählt, das Funktionsprinzips des 3D-Druckers "neu erfunden", um auch für wenig Geld ein hochwertiges Gerät mit hoher Druckgenauigkeit zu bauen. Dazu konstruierte er einige Bauteile neu, um durch die Reduktion von Kugellagern, Federn und andere mechanische Komponenten auf allerlei teure Bauteile gänzlich verzichten zu können.

Per Python-Script für die quelloffene 3D-Modelling-Software Blender entfällt auch die Notwendigkeit für einen Digital-Analog-Konverter und einen eigenen Microcontroller. Stattdessen wird eine Spiegelkonstruktion über die Soundkarte und deren Kopfhörerausgang gesteuert, wie Heise erklärt. Laut Grayson ermöglicht die Übertragung in 16-Bit-Qualität eine Druckauflösung von über vier Gigapixel.

Salzwasser statt Motor

Zur Modellierung härtet ein Laser ein spezielles Harz aus, das mit 44 Euro pro Liter zu Buche schlägt. Über ein Ventil wird der Stoff in flüssiger Form durch den Einlass von Salzwasser nach oben gedrückt, womit die Integration eines Motors für die Bewegung entlang der Z-Achse und anderer Komponenten nicht mehr nötig ist.

Der Füllstand wird über zwei Metallkontakte ermittelt, die über den Herstellung von Stromfluss das eintropfende Wasser "zählen". Da selbst in einem kleinen Behälter zumindest 1.000 Tropfen zur Füllung erforderlich sind, errechnet Grayson eine Druckgenauigkeit von weniger als einem Tausendstel Zoll (rund 0,025 Millimeter) entlang der Z-Achse. Das Gerät lässt sich auch mit einem Scanner-Adapter erweitern, der für 350 Dollar die 3D-Aufnahme von Objekten mithilfe einer geeigneten Kamera ermöglichen soll.

Video: Wie der Peachy Printer funktioniert

Erfolgreiches Crowdfunding

Die erste Version des Peachy Printer soll ohne zusätzlicher Investitionen aus Haushaltsgegenständen gebaut worden sein. In neun Monaten wurde er nun weitestgehend fertig entwickelt. Die Einnahmen, die man per Kickstarter lukriert, sollen in die finale Entwicklung des Blender-Scripts fließen und die Massenproduktion gesteckt werden.

Die Crowdfunding-Kampagne läuft bereits außerordentlich erfolgreich. Wenige Tage nach dem Start am 20. September konnte das anvisierte Mindestziel von 50.000 Dollar um rund das Zehnfache übertroffen werden. Interessierte können sich noch bis 20. Oktober an der Finanzierung beteiligen. (gpi, derStandard.at, 29.09.2013)

Video: Peachy Printer-Vorstellung auf Kickstarter

  • Umgerechnet rund 72 Euro kostet ein 3D-Drucker des Typs Peachy Printer.
 
    foto: rylan grayston

    Umgerechnet rund 72 Euro kostet ein 3D-Drucker des Typs Peachy Printer.

     

  • So sieht ein fertiges Modell aus.
    foto: rylan grayston

    So sieht ein fertiges Modell aus.

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