MyTaxi: Wiener Taxis per Smartphone-App bezahlen

24. September 2013, 09:00
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Die Hälfte der rund 1.000 MyTaxi-Lenker bieten ab sofort Bezahlen ohne Bargeld und Karte an

Seit 2011 ist das Hamburger Unternehmen MyTaxi in Österreich tätig. Über die gleichnamige Smartphone-App können Nutzer in Wien, Graz und Salzburg Taxis bestellen. Nachdem im vergangenen Jahr die Bezahlfunktion über die App in Deutschland gestartet ist, wurde sie nun auch für Wien freigeschaltet.

Preis und Trinkgeld am Handy bestätigen

Nutzer können wahlweise Kreditkarte oder PayPal als Zahlungsmittel über ihren MyTaxi-Account hinterlegen. Der Preis wird am Zielort vom Taxilenker manuell nach dem Stand des Taxameters eingegeben und dem Fahrgast mittels Push-Nachricht auf das Handy geschickt. Der Gast kann optional Tringeld nach fixen Prozentsätzen oder in freier Höhe wählen und die Zahlung mit einem selbstgewählten, vierstelligen Pin-Code bestätigen. Alle Daten werden laut MyTaxi verschlüsselt übermittelt, die Rechnung erhält der Kunde per E-Mail.

Kostenlos für Fahrgäste

Für den Fahrgast entstehen keine Kosten, der Lenker zahlt pro erfolgreicher MyTaxi-Vermittlung 0,99 Euro. Wird als Bezahlungsmethode das neue Payment-System ausgewählt, gehen zudem 2,75 Prozent des Fahrpreises an den deutschen Anbieter. Die App steht für Fahrer für iOS und Android, für Fahrgäste zudem auch für Blackberry und Windows Phone zur Verfügung. Unter dem Microsoft-System funktioniert die mobile Bezahlung allerdings noch nicht.

1.000 MyTaxi-Lenker in Wien

In Wien sind rund 1.000 Taxilenker bei MyTaxi registriert, etwa die Hälfte bietet die Bezahlmethode über die App an. Den etablierten Funkzentralen ist der neue Anbieter am Markt ein Dorn im Auge. Abseits der Vermittlungsprovision fallen für die Lenker keine weiteren Fixkosten an. Anders als in anderen Ländern dürfen in Wien Taxifahrer allerdings nur über einen einzigen Anbieter vermittelt werden – also entweder über eine App wie MyTaxi oder über eine der Funkzentralen.

Beschwerde abgewiesen

2011 hatte MyTaxi zusammen mit dem Anbieter Get-a-taxi Beschwerde beim Kartellgericht eingelegt. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs hat die Exklusivklausel im Juli 2013 bestätigt. Das Unternehmen prüft nun, ob es bis zum Europäischen Gerichtshof gehen will. Bis zum Jahresende hat man sich zumindest das Ziel gesetzt, 50 Prozent aller Fahrten in Österreich über MyTaxi-Payment abzuwickeln und den Service auch in Graz und Salzburg anzubieten. (Birgit Riegler, derStandard.at, 24.9.2013)   

  • MyTaxi bietet die mobile Bezahlung ab sofort auch in Wien an.
    foto: mytaxi

    MyTaxi bietet die mobile Bezahlung ab sofort auch in Wien an.

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