Mittels Geruchstest Morbus Parkinson erkennen

23. September 2013, 13:13
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Würde man die drei Millionen Österreicher, die älter als 50 Jahre sind, auf Änderungen des Geruchssinns testen, könnte man 750.000 als möglicherweise "Verdächtige" identifizieren

Die Zahl der Morbus Parkinson-Patienten wird sich innerhalb von 20 Jahren mehr als verdoppeln - von 4,1 Millionen im Jahr 2010 auf 8,7 Millionen im Jahr 2030, hieß es am 23. September am Welt-Neurologenkongresses in Wien.

Ein frühes Erkennen der Erkrankung bereits vor dem Auftreten von Symptome eröffne den Weg in Richtung Prävention und ausreichender Verzögerung nicht heilbarer, fortschreitender neurologischer Erkrankungen, sagt Harald Poewe, Leiter des wissenschaftlichen Komitees für die Großveranstaltung und Leiter der neurologischen Universitätsklinik in Innsbruck. 

Bei Morbus Parkinson kommt es im Gehirn zu einem immer größeren Defizit an dem Neurotransmitter Dopamin. Hier wäre laut Poewe eine möglichst frühzeitige Therapie eventuell geeignet, den Ausbruch der Erkrankung und somit auch deren Fortschreiten zumindest zu verzögern.

Geruchstest

"Wenn man 50-Jährige mit Ultraschall auf Veränderungen in einer schmetterlingsartigen Struktur im Gehirn untersucht und überwacht, zeigt sich bei den Betroffenen später ein 17-fach höheres Risiko für Morbus Parkinson", sagt der Experte. "Zusätzlich kann man diese Menschen auf einen typischen schlechter werdenden Geruchssinn untersuchen." Das erhöhe bereits die Genauigkeit deutlich.

Der Wissenschafter und seine Mitarbeiter haben dafür eine "Österreich-Rechnung" erstellt: Würde man die drei Millionen Österreicher, die älter als 50 Jahre sind, zunächst auf Änderungen des Geruchssinns testen, könnte man 750.000 als möglicherweise "Verdächtige" identifizieren.

Eine danach folgende Ultraschalluntersuchung des Gehirns würde die Zahl der Risikopersonen auf nur noch 150.000 reduzieren. Damit käme man schon relativ genau an die wirklich Gefährdeten heran. Allerdings fehlen noch passende etablierte (medikamentöse) Prophylaxemöglichkeiten für solche Personen. Doch ohne die Identifizierung der am meisten Gefährdeten könnte man solche Möglichkeiten gar nicht entwickeln, weil man keine passenden Probanden dafür hätte. (APA/red, 23.9.2013)

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