"Der Markt dümpelt vor sich hin"

23. September 2013, 10:05
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Tirols Gastronomie- und Retailimmobilien florieren, Büroobjekte stagnieren

Innsbruck - Der Tiroler Gewerbeimmobilienmarkt hat sich in aller Gemächlichkeit auf ein in jeder Hinsicht konstantes Mittelmaß eingependelt: "Der Markt dümpelt vor sich hin: Er ist nicht schlecht, er könnte aber durchaus besser sein", beschreibt Gewerbeimmobilienmakler Arno Wimmer von Conterra Immobilien den Status quo. "Eine gewisse Nachfrage ist da, aber es ist nichts Überragendes am Markt. Im Prinzip ist alles so wie schon in den vergangenen paar Jahren."

Das belegt auch die Entwicklung von Preisen und Leerstandsraten, die kaum Veränderungen aufzeigen. Moderne Büroflächen an Innsbrucks Peripherie werden aktuell zu Nettopreisen von elf Euro je Quadratmeter vermietet, die Spitzenmiete liegt bei zwölf Euro. Günstiger sind überraschenderweise die Büropreise in der Innenstadt Innsbrucks: Hier liegen die Preise im Schnitt bei zehn bis elf Euro. "Neubauten kommen fast ausschließlich in der Peripherie zustande. Das Angebot an Büros in der Innsbrucker Innenstadt ist hingegen auf Bestandsobjekte reduziert, die nicht immer den modernsten Ansprüchen genügen. Außerdem sind hier fast nur Kleinflächen zu finden", erklärt Wimmer.

Der Leerstand hält sich in Innsbruck stabil bei etwa fünf Prozent, was aus dem de facto nicht vorhandenen Projektnachschub resultiert: "Der Pema-Turm war das letzte Projekt, das auf den Markt gekommen ist, und der ist vermietet. Daneben gibt es Pläne von Pema für ein Objekt in der Amraserstraße und das neue MCI in der Innenstadt. Ansonsten ist derzeit nichts Neues in Planung", so Wimmer.

Großflächige Büroräumlichkeiten werden am Tiroler bzw. am Innsbrucker Markt aber ohnehin kaum nachgefragt: "Nur vereinzelt gibt es Anfragen zu Büros über 500 Quadratmeter, üblicherweise werden Flächen zwischen 100 und 150 Quadratmeter gesucht", so Wimmer. Generell würden die Neuanfragen primär aus Standortänderungen stammen, Zuzüge und Neuansiedelungen von Unternehmen seien kaum zu verzeichnen.

Anders sieht die Situation bei Gastronomieimmobilien aus, wie Wimmer sagt: "Hier ist grundsätzlich eine lebhafte Nachfrage vorhanden. Wir haben über 30.000 Studenten in Innsbruck, die viel zum Konsum und Umsatz in der Gastronomie beitragen." Gewachsen ist in den letzten Jahren auch die Anzahl der Hotels in Tirol, gleichzeitig haben auch einige Hotels den Besitzer gewechselt. So verkaufte beispielsweise die Cordial-Hotel-Gruppe mit dem Hotel Kroneck und dem Cordial Hotel Going gleich zwei ihrer Häuser, und auch das Hotel Cube Biberwier-Lermoos wechselte den Eigentümer.

Auch im Retailsegment herrscht besonders in Toplagen ein starker Nachfrageüberhang, wie Wimmer sagt. Gänzlich konträr sei die Situation in Rand- und Nebenlagen, wo es wiederum kaum Nachfrage gibt und Wimmer mit sinkenden Preisen rechnet. Aktuell sind hier Quadratmeterpreise von etwa sieben Euro üblich, während in Bestlagen bis zu 50 Euro je Quadratmeter erzielt werden. (Birgit Tisch, DER STANDARD, 21.9.2013)

  • Büroneubauprojekte in Innsbruck sind dünn gesät: Zuletzt brachte die Pema im Vorjahr das "Headline" auf den Markt.
    foto: thomas böhm

    Büroneubauprojekte in Innsbruck sind dünn gesät: Zuletzt brachte die Pema im Vorjahr das "Headline" auf den Markt.

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