"Mahü-Antrag" sorgt bei Rot-Grün für schwere Verstimmung

22. September 2013, 16:00
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Ehemaliger Planungsstadtrat schießt gegen seine grüne Nachfolgerin Maria Vassilakou quer

Wien - Ein rot-grüner Antrag zur Umgestaltung der Neugestaltung der Mariahilfer Straße, der am Montag im Wiener Gemeinderat eingebracht werden soll, sorgt im Vorfeld für heftige Reaktionen - bei Rot und Grün. Zunächst war in der "Presse" berichtet worden, dass in der neuen Fußgängerzone das Radfahren nun doch verboten werden solle. "Das ist erstunken und erlogen", empörte sich Grünen-Planungssprecher Christoph Chorherr, der den rot-grünen Antragsentwurf mitverhandelt hatte.

Wer die in der "Presse" noch anonym gehaltene SP-Quelle war, offenbarte sich dann am Sonntag - da SP-Klubobmann Rudolf Schicker in "Österreich" offen erklärte, dass zu einer "echten Fuzo" zur Sicherheit der Passanten auch ein Radfahrverbot gehöre. Und das ist nicht der erste Querschuss des ehemaligen Planungsstadtrats gegen seine Nachfolgerin Maria Vassilakou.

Kein Radfahrverbot

Tatsächlich steht in dem Entwurf - der dem STANDARD vorliegt - kein Wort von einem Radfahrverbot auf der Mariahilfer Straße; es ist nur davon die Rede, dass geprüft werden solle, "in welcher Weise naheliegende Straßenzüge für den Radverkehr optimiert werden können".

"Es gibt auch überhaupt keinen Grund, die Radfahrer aus der Mariahilfer Straße auszusperren", betont Chorherr im STANDARD-Gespräch. "In Wien gibt es insgesamt rund 70 Fußgängerzonen und von denen sind rund 40 Fußgängerzonen vollkommen problemlos für den Radverkehr geöffnet. Ja, es gab in jüngster Zeit ein paar schwere Unfälle mit zum Teil schwer Verletzten: Aber allesamt auf ,normalen' Autostraßen. Und da regt sich niemand auf?"

Für Chorherr gibt es überdies auch keinen Grund, die umstrittene "Begegnungszone" abzuschaffen. "Die funktioniere gut - ich wüsste nicht, was dabei das Problem wäre." Endgültig beurteilen könne man diese Frage aber erst nach dem endgültigen Umbau der Mariahilfer Straße.

Mit dem vorliegenden Antragsentwurf wird übrigens nur eines beschlossen: Dass einiges „überprüft werden solle. Die für die Wiener Linien zuständige Vizebürgermeisterin Renate Brauner soll demnach Alternativrouten für den 13A prüfen. Planungsstadträtin Vassilakou soll unter anderem auch zusätzliche Querungsmöglichkeiten für Pkws und eine Verlängerung der Fußgängerzone prüfen. (frei, DER STANDARD, 23.9.2013)

  • Grüner Planungssprecher Chorherr zu Gerüchten, wonach Radfahrer aus der Mariahilferstraße ausgeschlossen werden sollen: "Das ist erstunken und erlogen"
    foto: standard/corn

    Grüner Planungssprecher Chorherr zu Gerüchten, wonach Radfahrer aus der Mariahilferstraße ausgeschlossen werden sollen: "Das ist erstunken und erlogen"

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