Das beste Stück: Nachgefragt bei ... Elsy Lahner

Ansichtssache22. September 2013, 17:13
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Michael Hausenblas fragt die Albertina-Kuratorin Elsy Lahner, weshalb sie an einem alten Feldstecher hängt

"Das Fernglas stammt von meinem Großvater. Ich erinnere mich daran, wie wir damit als Kinder gemeinsam mit meinem Opa den vorbeifahrenden Autos hinterhergeschaut haben. Viel später musste ich es mir einmal ausleihen, weil wir im Rahmen eines Seminars die Aufgabe hatten, Wölfe im Salzburger Tiergarten zu beobachten. Das war während meines Psychologiestudiums, und es ging um "beobachten und beschreiben".

Heute passt das auch zu meinem Beruf als Kuratorin. Auch hier muss ich manchmal Dinge auf Distanz oder eben fokussiert betrachten, mir Details anschauen. Heute sehe ich es als Erbstück, es ist das Einzige, was ich von meinem Großvater habe. Eine Zeitlang stand das Fernglas bei mir im Wohnzimmer. Dort habe ich es aber weggegeben, weil mir Freunde unterstellten, ich würde damit meine Nachbarn stalken. In Benützung ist es selten, für die Oper beziehungsweise die Handtasche ist es auch zu groß." (Michael Hausenblas, Rondo, DER STANDARD, 20.9.2013)

foto: nathan murrell

Elsy Lahner ist Kuratorin für zeitgenössische Kunst in der Albertina.

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