Kind starb bei Zahn-OP am LKH Graz: Eltern angeklagt

19. September 2013, 13:50

Vierjährige hatte bei Kariesoperation Lungenkrampf erlitten - Verfahren gegen Ärzte eingestellt

Graz/Leoben - Der Tod eines vierjährigen Mädchens bei einer Zahn-OP am LKH Graz hat nun für die Eltern ein juristisches Nachspiel: Das Landesgericht Leoben bestätigte am Donnerstag eine Meldung der "Steirerkrone", wonach gegen die Eltern ein Strafverfahren wegen Vernachlässigung eingeleitet wurde. Das Verfahren gegen die Ärzte war eingestellt worden.

Der Eingriff war am 11. Juni 2012 wegen massiven Kariesbefalls erfolgt. Während der OP erlitt das Mädchen einen schweren Lungenkrampf und erwachte nicht mehr aus der Narkose. Der Tod sei "schicksalhaft" gewesen, ergaben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, sie stellte im März das Verfahren gegen die Ärzte ein.

Gleichzeitig wurde jedoch eines gegen die Eltern des Mädchens nach Paragraf 92 Strafgesetzbuch eingeleitet, der das Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen ahndet. Das Verfahren wurde zugleich an die wohnortzuständige Staatsanwaltschaft Leoben weitergeleitet.

Wie die Leobener Gerichtssprecherin Sabine Anzenberger sagte, steht der Termin für die Hauptverhandlung, die sie selbst leiten wird, vor der Ausschreibung. Der Anwalt der Eltern hatte erklärt, mit der Anklage werde "die Kausalitätskette zu weit gezogen". (APA, 19.9.2013)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 156
1 2 3 4
Damit ich das richtig verstehe ...

die Ärzte bauen bei der OP einen derartigen Sche...., dass ihnen ein Kind bei einen einfachen Eingriff stirbt (kommen davon) und die Eltern müssen nun nicht nur mit den Verlust ihres Kindes sondern auch mit einer Klage fertig werden?

Weil Schicksalhaft ist für die Behörde alles, egal ob der Narkosearzt Mist baut oder du zufällig einen Polizisten in die Kugel rennst weil er einen Verdächtigen auf offener Straße wie Dirty Harry nachschießt.... War ja alles leider schon da.

Vermutlich habe ich den Artikel doch nicht verstanden......

Es ist nicht zu verstehen

was Gesetzgebung und Exekutive - wie oben bei den Eltern des zu Tode gekommenen Mädchens - aus einer Alltagssituation machen. Genauso wie im fall aus dem Jahr 2010 unten.

- 2010: Sorgerecht wurde Mutter bei Karies entzogen (später aufgehoben) http://www.kleinezeitung.at/nachricht... ries.story

- Das irrate reagieren eines "Zahnarzts" (m/w) auf die Frage einer Mutter in einem anderen Fall (Klinkind mit Karies) kann ich in seiner Reaktion auch nicht nachvollziehen.

http://www.zahnarzt-empfehlung.de/forum/thread/21302

die verhandlung wird spannend

wenn ich mich richtig erinnere, haben die eltern ja die ärzte auf hohen schadensersatz verklagt und damit den stein so richtig schön ins rollen gebracht. unabhängig einer mitschuld der getränkehersteller (die leider rechtlich nicht belangt werden) denke ich, dass das absolut verantwortungslose eltern sind. ruhig stellen mit zuckersäften ist ja nur das eine, aber ich sehe als elternteil doch täglich das gebiss meines kindes und muss mir gedanken machen, wenn bei einer 4jährigen die zähne schwarz werden.

das arme kind, hoffentlich bekommen diese eltern nie wieder ein kind....
und vielleicht bringt dieser fall auch andere eltern zum nachdenken, dass man nicht ungefragt alles in die kinder reinstopft, was im regal im supermarkt steht.

Wenn das durch geht, dann sollte auch die Baby- und Kindernahrungsmittelindustrie wegen Beihilfe angeklagt werden.

Unglaublich, was da schon alles mit Zucker versetzt wird und als gesund beworben wird.

nicht nur wegen ihres nicks bin ich ganz ihrer meinung :)

gehäufte Todesfälle - unschuldige Ärzte

In letzter Zeit gibt es immer mehr derart traurige Meldungen. Dass Menschen (oft Kinder) bei einem Routineeingriff vesterben (zuletzt etwa ein Bub mit Koloiken, dem der Arzt zu viele Einläufe verschrieben hat).

Und i m m e r kommen die Ärzte auffallend glimpflich davon.

Kein Wunder. Die Ärzteschaft hält da fest zusammen.

Oftmals verschwinden nach Zwischenfällen plötzlich die Patientenakten, Protokolle über Aufklärungsgespräche (die es tatsächlich nie gab) werden im Nach hinein verfasst uws.

Und selbestverständlich tut sich jeder gerichtliche Sachverständige (auch ein Mediziner) natürlich sehr schwer, seinen Standeskollegen anzuschwärzen.

Und über bleibt der Patient.

Das Kind mit dem völlig kariösem Milchzahngebiss?!

Was passiert eigentlich mit den Händlern/Produzenten, die seit Jahrzehnten Kinderprodukte mit hohen Zuckermengen verkaufen/produzieren?
So hat die Firma H. ("Für das wertvollste im Leben) den "Goldenen Windbeutel 2012" - Foodwatchs Preis für dreiste Werbeaussagen erhalten.
Es ging um Instant-Zuckertees, die pro 200 Milliliter rund zweieinhalb Stück Zucker enthalten.
Eine Bekannte hat ihr Kind damit zu einem völlig zerstörtem Gebiss verholfen. Die Werbung sprach von Durstlöscher ab dem 12. Monat.
Wer zerrt die vor den Kadi?

Naja, ganz aus der Eigenverantwortung kann man die Eltern nicht lassen. Schließlich ist ja das Produkt mit einer Inhaltsangabe (die natürlich deutlich detaillierter und besser verständlich sein könnte) ausgestattet. Wer lesen kann (und will) ist da klar im Vorteil.

Wird das Zeug nicht mehr gekauft, wird es ganz von selbst aus den Geschäften verschwinden. Wir als Kunden haben's in der Hand.

"Eine Bekannte hat ihr Kind damit zu einem völlig zerstörtem Gebiss verholfen. Die Werbung sprach von Durstlöscher ab dem 12. Monat. "

ich nehme an, sie meinen die bekannte?

klar, ich finde werbekampagnen auf kinder abzuzielen ist eine frechheit und der ganze dreck gehört um welten besser kontrolliert und vor allem beschriftet.

die verantwortung tragen trotzdem die eltern, wenn sie ihren kindern dreck kaufen.

jein. sicher wäre es wünschenswert, wenn alle sich immer die zutatenlisten genau durchlesen (um sich dann mit grausen abzuwenden), aber in der realität machen das sehr wenige, es ist ja auch meist möglichst klein und unverständlich geschrieben. wenn dann in der werbung suggeriert wird, dass das ja eh alles gesund und super ist, fällt man mangels informationen leicht drauf rein und will dabei eigentlich nur das beste für sein kind. die hersteller tragen schon auch verantwortung finde ich.

kein mensch erwartet sich das durchlesen der zutatenliste. steht ja eh nicht ansatzweise alles drauf

man muss die liste auch nicht gelesen haben um zu wissen, dass cola, milchschnitte und was auch immer dreck sind.

ich will weder die hersteller noch die politik aus der verantwortung nehmen. ich stimme ihnen völlig zu, dass es da dringenden handlungsbedarf gibt, gerade in österreich.

dennoch ist das kein freibrief für irgendwelche eltern, sich aus ihrer verantwortung zu ziehen, die noch immer an erster stelle steht.

und woher meinen sie zaubert ein bildungsferner mensch dieses wissen her? wir reden ja bei einem vierjährigen kind vermutlich nicht von cola sondern von als gesund beworbenen kinderprodukten...

nein, selbstverständlich reden wir auch von cola, zuckerl, lutscher und vor allem gesüßten säften

und nur weil jemand bildungsfern ist, ist er nicht strunzdumm und nicht von der eigenverantwortung ausgenommen.
die wenigsten leute kaufen sich wimperntusche und denken tatsächlich, dass die wimpern danach unendlich lang sind.

klar, sowas herzustellen und auch für kinder zu bewerben ist ein skandal. aber mit normaler zahnpflege zerstört man damit trotzdem kein gebiss.

abgesehen davon wissen alle Eltern die sich halbwegs informieren dass man seinen kindern gewisse dinge nicht gibt, schon gar nicht zum einschlafen.

ein Kind verlangt nicht nach zuckertees oder sonstigem müll wenn es diese dinge nicht kennt.
die Eltern wollen sich´s halt leider oft einfach machen mit dem klumpat, weil die kinder dann schön satt sind und gut schlafen.

Wieso sollten das alle Eltern kennen und wissen? Nicht alle Eltern haben eine abgeschlossene Matura Ausbildung.

Die Inhaltsangaben der Produkte kann man auch ohne Matura verstehen.
Zucker.....60g/100g. Danke das genügt.

jedoch bekommt man einen Ernährungsplan, normalerweise bei der Entbindung, vom Frauenarzt, vom Kinderarzt ( mindestens 2x), und selber in diese Richtung "bilden" kann man sich auch...

Das nennt man Verantwortung übernehmen und sich für die geänderte Lebenssituation interessieren. Denke das liegt da nicht am fehlenden Maturaniveau...

Da braucht´s aber keine Matura dazu (abgesehen davon, dass eine Matura keine Ausbildung ist, und schon gar nicht für´s Eltern-sein......)

irgendwie spinnen die Juristen aber ordentlich!

4-jähriges Kind, Karies bei den Milchzähnen (!), stirbt bei Narkose und die Eltern werden angeklagt? da hat letztens mal ein anwalt gesagt: " ... und da hast du dann JuristInnen ohne jegliche Lebenserfahrung sitzen, die da entscheiden". Na, da hat er recht! Hast Du Kinder, hast Du nicht nur kein Geld sondern stehst jetzt auch mit einem Fuß im Kriminal! Ach Du glückliches Österreich ...

Die Zähne standen unter Eiter, das Kind muss Schmerzen gehabt haben und es ist nicht ok so ein wehrloses Wesen leiden zu lassen. Die Eltern hätten auch wenn das Kind überlebt hätte eine Anklage am Hals und das JUgendamt.

Bei uns sind die Gesetz so formuliert, dass Du immer mit einem Fuß im Kriminal stehst.

Klar ist dies Anklage blödsinnig. Zumal Kariesbefall bei den angebotenen Nahrungsmitteln nichts Außergeöhnliches ist. Schon gar nicht bei Milchzähnen. Da kannst Du Zähneputzen bis zum Umfallen. Das wird höchstens schlimmer, weil sich Resistenzen bilden.
Die Ärzte haben sicher keine bösen Absichten. Aber Verantwortung müssen die nie übernehmen. Das halte ich für gefährlich. Eine Einladung zur Schlamperei. Behanldungen sind häufiger tödlicher als die Krankheiten. Eine traurige Tatsache.

TÖD LICHER als tödlich ... is aba scho ziemlich LEBENs-gefährlich ;-) ... !!!

Und Zähnputzen bis zum Umfallen erscheint mir auch ziemlich anstrengend.
In meinem Bekanntenkreis reicht Zähnputzen bis lange VOR der "totalen Erschöpfung" ... um Kariesbefall dennoch hintanzuhalten.

Falls SIE Kinder haben ... ;
würd mich interessieren, wie SIE die Gesundheits-Erziehung hinsichtlich Zahn-PFLEGE hingekriegt haben - echt Mann !?!?!

Ernsthaft? Wird man deiner Meinung nach resistent gegen Zähneputzen?

Massiver Kariesbefall kommt nicht von heute auf morgen, sondern hat eine lange Vorgeschichte. Möglicherweise wurde jahrelang die Mundhygiene vernachlässigt und wenn der Befall wirklich nicht verhinderbar war, müssten Zahnarztbesuche nachweisbar sein.

Aber einem Kind jahrelang die Zähne nicht zu pflegen und sie nicht ärztlich kontrollieren zu lassen, legt eben den Verdacht auf Vernachlässigung nahe und dem wird zu recht nachgegangen.

"Behanldungen sind häufiger tödlicher als die Krankheiten"

Das meinen Sie aber nicht ernst, oder? Was glauben Sie dann warum die Lebenserwartung in der westlichen Welt so hoch ist, weil der liebe Gott es so will oder weil es Globuli gibt? Da bekomm ich Genickschmerzen vor lauter kopfschütteln.

Posting 1 bis 25 von 156
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.