Erich-Fried-Preis an Rainer Merkel

Deutscher Autor wird für "schillernde Fantasie und Beweglichkeit in epischem Ausmaß" ausgezeichnet

Wien/Köln - Der deutsche Autor Rainer Merkel erhält den diesjährigen Erich-Fried-Preis. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wurde Merkel von der alleinverantwortlichen Jurorin Kathrin Röggla zugesprochen, die in ihrer Begründung dessen "literarischen Mut" und "sein Engagement" hervorhob. Verliehen wird die Auszeichnung am 10. November zum Abschluss der Erich-Fried-Tage im Literaturhaus Wien, wie am Donnerstag in einer Aussendung bekanntgegeben wurde.

Merkel wurde 1964 in Köln geboren, studierte Psychologie und Kunstgeschichte und lebt in Berlin und Dublin. Vor zwölf Jahren machte er mit seinem Debütroman "Das Jahr der Wunder" erstmals auf sich aufmerksam. Sein dritter Roman "Lichtjahre entfernt" (2009) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Zuletzt erschienen die Reportage "Das Unglück der anderen. Kosovo, Liberia, Afghanistan" (2012) sowie der Roman "Bo" (2013), die für die Preisvergabe ausschlaggebend waren.

Diese beiden Bücher zeigen demnach, "dass dieser Autor mit einer formalen Vielfalt sein psychologisch fundiertes Erzählen in die Grenzbereiche menschlicher Existenz treibt und seiner genau beobachtenden Recherche sowie den Erfahrungen seiner einjährigen Arbeit in der Psychiatrie von Monrovia mit schillernder Fantasie und Beweglichkeit in epischem Ausmaß antwortet". Dies habe sie "sehr verblüfft", so Röggla in ihrer Begründung.

Verliehen wird der Fried-Preis seit 1990 durch die Internationale Erich-Fried-Gesellschaft für Literatur und Sprache, gestiftet wird die Auszeichnung, die jährlich wechselnd von einer autonomen Juryperson vergeben wird, vom Kulturministerium. Auf der Liste der bisherigen Preisträger finden sich Christoph Hein, Gert Jonke und Robert Menasse. Im vergangenen Jahr wurde der Lyriker Nico Bleutge prämiert. (APA, 19.9.2913)

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