Schröcksnadels mutiger Medaillentipp

19. September 2013, 17:16
  • ÖOC-Präsident Karl Stoss, Sport- und Verteidigungsminister Gerald Klug und Olympia-Chefkoordinator Peter Schröcksnadel bei der Präsentation des vorläufigen Olympia-Kaders für Rio.
    foto: apa/ neubauer

    ÖOC-Präsident Karl Stoss, Sport- und Verteidigungsminister Gerald Klug und Olympia-Chefkoordinator Peter Schröcksnadel bei der Präsentation des vorläufigen Olympia-Kaders für Rio.

Vorläufiger Kader für Olympia 2016 präsentiert - Neue Spitzensport-Förderung stellt nur ausgewählten Aktiven Geld zur Verfügung

Wien - Peter Schröcksnadel tritt als erfolgreicher Streitschlicher zwischen dem heimischen Schwimmverband (OSV) und Dinko Jukic auf und, wie schon erstmals im Mai, als Chefkoordinator des Projekts Rio 2016. Dabei ist des Präsidenten des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) Metier eigentlich der Winter.

20 Millionen Euro stellt das Sportministerium für das olympische Förderprogramm mit dem Motto "Wir haben ein Ziel" zur Verfügung. Seit Mai wird an dem Projekt gearbeitet. Offiziell startet es am 1. Jänner 2014. Es entstand als Konsequenz der medaillenlosen Spiele 2012. "Wir haben die Lehren aus London gezogen", sagt Sportminister Gerald Klug. Jährlich stehen fünf Millionen Euro (2,5 für Aktive, 2,5 für Infrastrukturmaßnahmen) zur Verfügung. "Eine Schwimmhalle können wir davon nicht bauen", sagt Ewald Klinger vom Sportministerium, der gemeinsam mit Harald Horschinegg vom Institut für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung (IMSB) und Windsurf-Olympiasieger Christoph Sieber die operative Ebene unter Schröcksnadel bildet. Aber ein Wurfkreis sei machbar.

Stufenweise Spitzenförderung

Im Haus des Sports wurde nun Österreichs vorläufiger Kader für Rio 2016 bekanntgegeben. 27 Einzelsportler, sieben Teams und zwölf Paralympics-Athleten kommen in den Genuss der Spitzenförderung. Jukic, Hürdensprinterin Beate Schrott oder Judoka Sabrina Filzmoser (33), die sich erst diese Woche entschlossen hat, ihre Karriere bis Rio fortzusetzen, sind dabei wie auch vergleichsweise noch unbekannte Sportler, etwa die Triathletin Sara Vilic oder die Schützin Lisa Ungerank. Weitere 20 Sportler im Kader "Hope" werden mit Geldern aus dem Topf für das Team Rot-Weiß-Rot gefördert. "Es ist ein lebendiger Kader", sagt Klug. Das bedeutet, es können jederzeit Athleten dazukommen oder wegfallen - jedenfalls nicht wegen eines einzigen verpatzten Wettkampfes. "Wir schauen uns die Leistungsentwicklung genau an und bieten Hilfestellung", sagt Horschinegg.

Bei der Ausschüttung der Fördergelder wollte man weg vom Gießkannenprinzip, sagt Karl Stoss, Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC). "Früher sind Gelder unkoordiniert verteilt worden", sagt Schröcksnadel. Fürs Koordinieren ist jetzt er zuständig. Und offenbar für die Zielvorgaben: "drei bis fünf Medaillen in Rio." Schröcksnadel hält das für machbar. Es sei übrigens nicht so, dass er vom Sommersport keine Ahnung hätte. "Ich habe Fußball gespielt, und meine Enkerln machen Judo." (rie, DER STANDARD, 20.9.2013)

Kader der Spitzenförderung für Olympia 2016 in Rio

Einzelsportler (27): Beach-Volleyball (2): Doris und Stefanie Schwaiger; Judo (3): Bernadette Graf, Kathrin Unterwurzacher, Sabrina Filzmoser; Kanu (5): Viktoria Schwarz, Ana Lehaci, Yvonne Schuring, Corinna Kuhnle, Violetta Oblinger-Peters; Leichtathletik (1): Beate Schrott; Moderner Fünfkampf (1): Thomas Daniel; Ringen (1): Amer Hrustanovic; Rudern (1): Magdalena Lobnig; Schießen (2): Lisa Ungerank, Stephanie Obermoser; Schwimmen (1): Dinko Jukic; Segeln (6): Nico Delle Karth, Nikolaus Resch, Matthias Schmid, Florian Reichstädter, Thomas Zajac, Tanja Frank; Triathlon (4): Lisa Perterer, Sara Vilic, Luis Knabl, Thomas Springer

Paralympics (12): Kanu (1): Markus Swoboda; Leichtathletik (4): Thomas Geierspichler; Natalia Eder, Bil Marinkovic, Günther Matzinger; Rad/Handbike (2): Walter Ablinger, Wolfgang Schattauer; Reiten (1): Pepo Puch; Schwimmen (1): Andreas Onea; Segeln (1): Sven Reiger; Tischtennis (2): Doris Mader, Stanislaw Fraczyk

Teams (7): Säbelfechten (4): Lukas Galli, Nikolai Nikolic, Gilbert Schwarz, Matthias Willau; Handball: Nationalteam Frauen und Männer; Rudern (7): LG-Zweier (Paul Sieber, Bernhard Sieber); LG-Vierer (Florian Berg, Joschka Helmeier; Alexander Chernikov, Dominik Siegl, Markus Lemp); Tischtennis (6): Robert Gardos, Daniel Habesohn, Stefan Fegerl, Liu Jia, Sofia Polcanova, Amelie Solja; Beach-Volleyball (1): Alexander Horst

Kader Hope: Hockey: Nationalteam Herren; Judo (2): Tina Zeltner, Hilde Drexler; Kanu (2): Viktoria Wolffhardt, Lisa Leitner; Leichtathletik (4): Ivona Dadic, Andreas Vojta, Lukas Weißhaidinger, Gerhard Mayer; Rad (2): Elisabeth Osl, Alexander Gehbauer; Ringen (1): Florian Marchl; Schießen (2): Alexander Schmirl, Thomas Mathis; Segeln (4): David Bargehr, Lukas Mähr, Benjamin Bildstein, David Hussl; Taekwondo (1): Edines Kurtovic; Wasserspringen (1): Constantin Blaha

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24 Postings

Spitzensportförderung ist der falsche Weg. Kein Geld für Schulsport, aber Beach-Volleyballerinnen kriegen Steuergelder? Das versteht doch keiner mehr.

Sportförderung

Beide Bereiche sind nicht voneinander zu trennen und bedingen einander und beide Bereiche gehören aus unterschiedlichen Gründen gefördert. Ist auch auf der ganzen Welt so.
Nur sollte eben mehr der Sport und weniger die Dachverbände und Institutionen gefördert werden und schon gar nicht Funktionäre, die nur für andere Funktionäre da sind. Wichtig: Parteipolitik raus aus dem Sport und professionelle Konzepte inkl. Strukturverbesserungen für den Gesundheits- und Spitzensport müssen her. Österreich hat jedenfalls das komplizierteste und ineffizienteste (und teuerste) Sportfördersystem der Welt mit zahlreichen Paralllelinstitutionen (mit dem Rio 2016 Projekt wieder etwas Zusätzliches)
Und es gibt noch viel mehr notwendige Reformschritte...

Völliger Unsinn, weshalb soll das nicht zu trennen sein?

Weil Erfolge im Leistungssport Werbung für den Breitensports macht. Und Leistungssport wiederum braucht den Breitensports um erfolgreiche Sportler raus zu bringen.

So ein Schmarrrrrn ...

Wandern und Klettern ist nicht olympisch, aber sehr beliebt! Die F1 zählt weltweit zu den populären Rennen, und kommt ohne Breitensport aus!

Was ist mit Lara Vadlau?

Und eine der besten Seglerinnen weltweit (und das mit 19) - für mich aus heutiger Sicht eine Medaillen-Bank wird nicht gefördert? WTF - Auch wenn die Geschichte mit ihrer Vorschoterin und deren Einbürgerung noch nicht durch ist - das verstehe wer wolle...

mal eine prognose: 1 medaille durch einen straßenradfahrer (nicht gefördert), einige paralympics-medaillen, gute plätze von leuten, die wir alle heute noch nicht kennen, vielleicht ein friseur für herrn schröcksnadel.

Die Medaillenhamsterer sind wieder am Werk...!?!

Gibt´s eigentlich einen Posten...

...wo Karl Stoss keine Fehlbesetzung ist/war?

Sie sollten nicht so streng sein,

der hat seinen Job ja nur vom Wallner geerbt, welcher immer noch im IOC sitzt;-))

Ivona Dadic, Andreas Vojta und vor allem Elisabeth Osl sind NICHT in der Spitzenförderung?? Haben die alle komplett den Verstand verloren?

Solange "Blöd daherreden" noch nicht olympisch ist, muss Österreich in jeder Disziplin auf ein Wunder hoffen, um bei Sommerspielen eine Medaille zu ergattern

die drei....

na, die drei auf einem foto, das kann einem das fürchten lehren ...

erinnert mich an die drei affen, die immer gemeinsam auftreten, oder ,,, nein, das sag ich besser nicht, aber jeder kann sichs denken ... :D

1x Gold in Nasenbohren weit, 1x Gold in Kirschkernspucken, 1x Bronze in Wettschielen.

nicht zu vergessen die Goldenen im Kampfsudern, Einzel und Mannschaft!

Witzig beim Beachvolleyball: Alexander Horst ist bei den "Teams" zu finden, die Schweiger-Sisters bei den "Einzelsportlerinnen" :))))

horst?

ich meine was ist mit Huber/Seidl?? Die spielen gutes erfrischendes BV und auf der World Tour sind sie auch vor Horst! -> http://www.fivb.org/EN/BeachV... king_m.asp
Verstehe nicht warum die nicht dabei sind!!

stimmt, kapiere das wer will.....

Birgit Riezinger
10
19.9.2013, 15:43
beachvolleyball

das hat damit zu tun, das alexander horsts Partner nicht feststeht (doppler verletzt) - so wurde es offiziell begründet.

Das erklärt das Einmannteam, aber nicht die zwei Einzelsportlerinnen.

Die beiden könnten ja rein hypotetisch nur im Doppel auftreten,

was ich aber sehr schade finden würde:-))

Na da kommens aber früh drauf!

In nichtmal 3 Jahren ist Olympia- wegen der Expertenrunde da werden unsere Medaillenanwärter (wieviele sind das- höchstens 10??) auch nicht schneller, weiter, höher springen!

Also 3 Jahre sind schon eine Zeit in der man im Sport mit gezielten Maßnahmen viel erreichen kann!

10??? hahaha ... dürfen denn so viele hinfahren? :p

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