Versicherer suchen Nachwuchs

19. September 2013, 12:41

Infokampagne von Oktober bis Dezember soll Bewerber locken

Wien - Österreichs Versicherungen suchen Nachwuchs im Außendienst. Bis Ende 2014 will man 2.000 neue Berater einstellen. Leicht bekommt man den Job aber nicht: "Interessenten müssen mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung haben", so Wiener-Städtische-Chef Robert Lasshofer bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Die Basisausbildung dauere 18 Monate.

Das Jahresgehalt von Versicherungsberatern ist stark leistungsabhängig. Mindestens rund 20.000 Euro brutto gibt es laut Kollektivvertrag fix. Bei guten Verkaufszahlen verdiene man im Schnitt aber 60.000 Euro brutto im Jahr, sagte Lasshofer. Den Kollektivvertrag gibt es bereits zu Beginn der Ausbildung.

Um möglichst viele Bewerber zu locken startet der Versicherungsverband im Oktober mit einer Informationskampagne. In Zusammenarbeit mit Medien wolle man das Image von Verkaufsberatern aufpolieren, sagte Lasshofer. Auch Kurzvideos werde es geben. Bis Dezember soll die Aktion dauern. 2008 gab es bereits eine ähnliche Kampagne der Branche. Damals suchte man 3.000 Berater. 1.000 Stellen konnte man besetzen.

Abgänge und Pensionen kompensieren

Aktuell arbeiten knapp 11.700 Berater im Außendienst von Versicherungen. Mit den zusätzlichen 2.000 Stellen wolle man einerseits bei den Mitarbeitern zulegen, und andererseits natürliche Abgänge und Pensionen kompensieren, so der Generaldirektor der UNIQA-Österreich Hartwig Löger.

"Die Generation der Babyboomer geht schön langsam in Pension", sagte Löger. Daher brauche man eine gute Basis für den Nachwuchs. Wichtig sei es, Versicherungsberater lange im Unternehmen zu halten, da die Kundenbindung hoch sei.

Das legen auch Zahlen einer aktuellen Online-Umfrage nahe. Im Auftrag der Versicherungsbranche befragten die Meinungsforscher der Firma meinungsraum.at repräsentativ Kunden von Versicherungsberatern. Mehr als jeder zweite (54 Prozent) wird demnach schon mindestens sechs Jahre vom selben Berater betreut.

Versicherungsberater bekommen von ihren Kunden durchwegs gute Zeugnisse ausgestellt. Neun von zehn Kunden sind sehr zufrieden (51 Prozent) bzw. eher zufrieden (43 Prozent). Ein Prozent beurteilt die Betreuung hingegen als "sehr negativ", fünf Prozent als "eher negativ". (APA, 19.9.2013)

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7 Postings
Ausbildung zum "Versicherungsberater"

"Versicherungsberater" sind Verkäufer und Kundenaquisiteure. Neben der fachlichen Ausbildung sind es also vor allem Verkaufsschulungen, die auf den hoffnungsfrohen Nachwuchs warten; damit die Umsatzvorgaben auch erfüllt werden. Der "Bedarf" des Kunden wird natürlich nur ermittelt, um gezielt verkaufen zu können. Klar sind die Kunden mit der "Beratung" dann zufrieden ... ;-)

So wie 2003 ... und die Jahre zuvor. Und danach.

Eigentlich suchen die immer nach Leuten. Sowas aber auch.

Kunden. Abschlüsse. Bestand.

Die Versicherungen suchen natürlich Kunden, keine Mitarbeiter.

Genau so ist es.

Zuerst dürfen die Naiven mal ihr Telefonbuch durchtelefonieren, danach die Verwandten und Nachbarn nerven - und wenns dann vorbei ist dürfen sie noch eine Nummer von potenziellen Nachfolgern austeilen.

Nervige Sippe, nervige Lemminge.

Achtung, Falle!

Alle die sich jetzt angesprochen fühlen sollten sich wirklich überlegen, ob sie ihr Geld verdienen wollen, in dem sie ihren betagten Verwnadten eine Hagelversicherung andrehen wollen.

Super gecheckt!

Wenn sie eine Versicherung haben (wovon ich ausgehe), sind sie wahrscheinlich der erste, der heilfroh ist, wenn er seinen Versicherer erwischt wenn die Wohnung abgebrannt ist, damit der Schaden rasch erledigt wird.
Es gibt sicher (wie in jedem Beruf) schwarze Schafe, aber bitte lassen sie ihre Pauschalurteile. Grundsätzlich ist das ein sehr verantwortungsvoller Job (Stichwort Schaden und richtige Versicherung dazu) und der Großteil weiß das und handelt auch danach. Verwandten-Keiler werden sich jedenfalls nur kurz halten und damit hat sich das Problem gleich wieder erledigt.

Wer so etwas macht, zählt wahrscheinlich zu den 1% die im Artikel erwähnt werden...

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