Japan beschließt völlige Stilllegung Fukushimas

19. September 2013, 10:27

Aus für die letzten beiden intakten Reaktorblöcke

Fukushima/Tokio - Die japanische Regierung hat die Stilllegung der letzten beiden Reaktorblöcke im Atomkraftwerk Fukushima angeordnet. Das meldete die Nachrichtenagentur Jiji am Donnerstag unter Berufung auf Ministerpräsident Shinzo Abe.

Abe hat den Betreiber der havarierten Atomanlage Fukushima mit Nachdruck angewiesen, dafür zu sorgen, dass kein radioaktives Wasser mehr ausläuft. Während eines Besuchs der Anlage am Donnerstag sagte der Ministerpräsident, die Firma Tepco müsse dafür einen Zeitplan vorlegen

Reaktoren 5 und 6 noch aktiv

Die Atomanlage Fukushima I (Daiichi) besteht aus sechs Reaktoren. Vier davon wurden bei der Katastrophe im März 2011 zerstört. Nun sollen die beiden verbliebenen Reaktoren, Nummer 5 und 6, stillgelegt werden.

Der Kraftwerksbetreiber Tepco ist wiederholt in die Kritik geraten. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, bei der Bewältigung der Folgen der schlimmsten Atomkatastrophe seit dem GAU im ukrainischen Tschernobyl im Jahr 1986 überfordert zu sein. Immer wieder treten bei den Auffangtanks auf dem Gelände Lecks auf, erst vor kurzem liefen aus einem der Behälter 300 Tonnen verseuchten Wassers aus.

Zuletzt hatte die japanische Regierung Millionenhilfen für den Kampf gegen die gestiegene Strahlenbelastung an Ort und Stellen in Aussicht gestellt. (APA, 19.9.2013)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 83
1 2 3
Stillegen ist gut,

aber weiß man auch wie das gehen soll? Der Dreck strahlt ja noch endlos!

[Atommüll n°155] "verrückt"

¨
Ich sag's ja: Atomkraft ist subventionierte www.j.mp/Geisteskrankheit !!
Man hatte bis dato tatsächlich vor die Reaktoren 5+6 bis 2019 weiterzubetreiben! Das bedeutet natürlich, dass alle dafür benötigten AKW-Arbeiter tagaus tagein weiter verstrahlt worden wären.

So unglaublich es klingt, aber auch das 1986 hawarierte AKW Tschernobyl wurde erst fast 15 Jahre später am 15. Dezember 2000 stillgelegt.

Aber wie gewissenlos man mit den AKW-Arbeitern umspringt zeigt schon, dass Japan für die Olympia2020-Vorbereitungen Milliarden zahlt, nicht aber die paar lächerlichen Euro für die www.j.mp/psychologischeHilfe der AKW-Aufräumarbeiter, die unter Aufopferung ihrer Gesundheit die strahlende Atomruine "olympiatauglich" machen sollen.

Japaner sind zumlich elitär eingestellt, mit Leute die eine Belastung für die Gesellschaft darstellen werden immer aussergewöhnlich schlecht behandelt... das trifft auf die Arbeiter in fukushima zu, aber auf auf Behinderte und auch schon auf die Überlebenden von Hiroshima.

Das finde ich gut

Jetzt müssen Sie die Message noch an die drei brodelnden Kernschmelzen darunter weiterleiten....

Japan ist eine Insel.

Rundherum Gezeitenkraftwerke, dazu jede Menge Windräder, das müsste doch zu machen sein. Die AKW's kann man in Japan einsparen.

Superlink. Merci vielmals.

Japan wäre ideal für Kitekraftwerke.

Japan beschließt völlige Stilllegung Fukushimas

Das hättens schon 2010 machen sollen.

wenn ich das richtig versteht, haben die ein paar hundert meter von den kaputten blöcken 1-4 zwei voll funktionsfähige blöcke stehen - mit allem drum und dran wie kühlsystem, wassertanks, wasauchimmer.
also hätte man das kontaminierte wasser statt in die kaputte tanks von block1-4 einfach in die funktionsfähigen tanks von block 5-6 umleiten können?
bin ich ein genie, sind die dort schon zu verstrahlt um richtig zu denken oder stimmt da einfach alles nicht zusammen?

nein, Sie sind kein Genie. Warum sollen bei Block 5 und 6 Tanks für abertausende Kubikmeter Wasser herumstehen?

weil dort das gleiche system ist wie in block 1-4, also wenn bei 1-4 abertausende kubikmeter wasser benötigt werden, braucht man die auch für 5-6

Bei einem Reaktor in Funktion gibt es einen geschlossenen inneren Kühlkreislauf mit Wärmetauscher zu einem zweiten, der dann die Turbinen antreibt und gekühlt wird. Das Wasser im zweiten Kreislauf ist nicht radioaktiv, daher nur Kühltürme oder Kühlung mit Meerwasser. Bei den zerstörten Kraftwerken 1-3 sind die inneren Kreisläufe unterbrochen. Da zur Kühlung weiterhin Wasser eingepumpt wurde und wird und offenbar auch Grundwasser eintritt und in Kontakt mit den Kernen kommt löst es radioaktive Stoffe. Da es aus gesetzlichen Gründen nicht ins Meer geleitet werden darf hat man eine Unmenge von Behältern aufgestellt, die aus Zeitgründen nur verschraubt und mit einer Art Wachs abgedichtet sind. Einer davon ist leck geworden (--> 300t raus)

Ok, Sie haben Recht, bei diesen Reaktoren sind die Turbinen im ersten Kreislauf. Mir war Wichtig herauszustreichen, dass das Wasser im zweiten Kreislauf, der gekühlt wird, nicht kontaminiert ist und daher im Normalbetrieb keine Lagertanks notwendig sind. Mich als Techniker ärgert die Meinung der meisten Poster, dass TEPCO so unfähig sei - mir imponiert wie rasch in den ersten Wochen nach dem Tsunami eine derartige Menge an Wassertanks aufgestellt werden konnte - damals wurde täglich ein Vielfaches des jetzt benötigten Kühlwasservolumens gelagert. Mich wundert eher, dass von den jeweils 1000m³ fassenden Tanks, die in aller Eile zusammengeschraubt wurden und mit Harz (richtige Übersetzung?) abgedichtet sind nach 2 Jahren nur einer leckt.

Tschuldigung, das ist SO nicht ganz korrekt, und trifft so nur auf einen Druckwasser-Reaktor zu:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File... eaktor.svg

Die havarierten Reaktoren waren Siedewasser-Reaktoren, bei denen der Dampf des Primärkreislaufs (der Reaktorkreislauf) die Turbinen antreibt:

http://commons.wikimedia.org/wiki/File... german.svg

Ja, bei einem Siedewasserreaktor (BWR) gibt es keinen Sekundärkreislauft zum Antrieb der Turbinen, es gibt aber einen Sekundärkreislauf für die Kühlung, der ist nicht kontaminiert.

Bei einem PWR (Druckwasserreaktor) gibt es 3 Kreisläufe wobei der zweite die Turbinen antreibt und der Dritte für die Kühlung zuständig ist.

https://maps.google.com/maps?ll=3... 9,141.0325

Die Markierung zeigt auf Block 1-4, westlich davon erkennt man eine ganze Latte an blaugrauen Zylindern, das sind die Tanks in denen das Kontaminierte Wasser gelagert wird (welche derzeit auch teilweise lecken). Die Pumpen ja immer wieder neues Wasser rein, welches dann irgendwo gelagert werden muss.

Im normalen Betrieb braucht man diese Tanks garnicht, das Wasser bleibt im Reaktor und erfüllt dort keinen speziellen Zweck bei dem es "verbraucht" würde.

Das gelagerte kontaminierte Wasser hingegen ist ja nicht rein, da ist alles mögliche drin - z.B. Borsäure, welche in einem Siedewasserreaktor ansich nix verloren hat.

Vielleicht sind die Tanks in Block 5-6 schon voll?

Wann endlich ..

ist für ALLE klar, dass die Atomkraftwerke niemals absolut sicher sein können und werden! Tschernobyl und Fukushima sind der eindeutige Beweis, aber auch viele andere Anlagen auf der ganzen Welt, von denen Störfälle bekannt sind, belegen das. Warum Japan nicht intensiv in erneuerbare Energie investiert, noch dazu wo sie auch diese Technologien haben, ist unverständlich und gleicht "Harakiri"! Dass dies möglich wäre, beweist Deutschland doch eindeutig!

nichts ist absolut sicher. wir sind menschen, wir machen fehler.
allerdings ist bei der z.b. verwendung von bleistiften aber der GAU (span im finger, schwarzer fleck am papier) relativ überschaubar - es ist also absolut ok das risiko einzugehen.
bei anderen technologien ist das nicht der fall.
ich hätte ja kein problem damit, die atomkraftwerke am mond zu plazieren, weil dann ist das risiko auch wieder überschaubar. vielleicht denke ich da zu kurzfristig, aber mir ist es egal ob der mond verstrahlt wird oder nicht.
nur hier auf der erde haben die dinger nichts verloren

AKWs können niemals sicher sein

Wären sie es, wären diese Anlagen so teuer, dass es absolut keinen Sinn macht sie überhaupt zu bauen.

Hauptsächlich geht es dabei um die militärische Atomoption der Regierungen. Zivile Nutzung versetzt sie in die Lage schnell Atomwaffen herstellen zu können, bzw. jederzeit Experten zu haben, die mit Atomtechnik vertraut sind.

Kommerzielle Druck- und Siedewasserreaktoren sind für eine "wirtschaftliche" herstellung von Spaltmaterial für Kernwaffen überhaupt nicht geeignet - für diesen Zweck baut man eigene Reaktoren, die genau diese speziellen Kriterien erfüllen und als "Abfallprodukt" möglichst viel geeignete Radioisotope herstellen.

Das Argument mit dem Know-How lass ich schon eher durchgehen, wobei hier das Know-How eines Kraftwerkstechnikers ziemlich nebensächlich sein dürfte, da sind eher Persönlichkeiten aus der Brennelementfertigung gefragt (Isotopenseparation, Homogenisierung der Spaltmaterialien usw).

Und nur noch 40 Jahre Kühlung

Dann kann auch schon mit dem Abbau der Anlage begonnen werden. Die Kosten von Minimum 200 Milliarden $ haben sich dann sicher auch amortisiert irgendwie. Insgesamt ein tolles Projekt...

Und ..

wahrscheinlich amortisieren sich Atomkraftwerke nie, da die Kosten auch nach der Stilllegung viele Generationen anfallen werden. Ich denke dabei an die Endlagerung usw.

Posting 1 bis 25 von 83
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.