Welt-Neurologenkongress in Wien

19. September 2013, 10:18
  • Von 21. bis 26. September findet der Welt-Neorologiekongress in Wien statt.
    foto: mehau kulyk / science photo library / picturedesk.com

    Von 21. bis 26. September findet der Welt-Neorologiekongress in Wien statt.

Die Bedeutung neurologischer Erkrankungen wird immer größer - von 21. bis 26. September findet in Wien der WCN 2013 statt

Von der Sicherstellung der Versorgungsstandards für Patienten mit neurologischen Erkrankungen bis hin zu neuesten Arzneimittelstudien und Genetik: Am Samstag beginnt in Wien mit Lehrveranstaltungen der diesjährige Welt-Neurologenkongress (WCN 2013; 21. bis 26. September), bei dem 8.000 Teilnehmer erwartet werden. Das eigentliche wissenschaftliche Programm startet voll am kommenden Montag.

Neue Möglichkeiten durch Globalisierung

Das Motto des WCN 2013 ist "Neurologie im Zeitalter der Globalisierung". "Aus der Globalisierung ergeben sich neue Möglichkeiten, aber auch neue Probleme. Nicht überall gibt es eine gleich gute Versorgung der Patienten", sagt Tagungspräsident Eduard Auff, Leiter der neurologischen Universitätsklinik in Wien im AKH. 

Die Häufigkeit von neurologischen Erkrankungen zeige regionale Unterschiede, die Situation hänge auch von den sozialen Rahmenbedingungen und vom Einkommen ab. "Es gibt große Unterschiede bei der Versorgungsdichte für die Patienten. Auf der anderen Seite bietet die Globalisierung aber große Chancen für länderübergreifende Forschung", so Auff.

Das gelte zum Beispiel speziell für Studien, in denen die genetischen Ursachen von neurologischen Erkrankungen identifiziert werden sollen. "Je seltener eine Erkrankung ist, desto mehr benötigt man internationale Forschung, um auf ausreichende Patientenzahlen für aussagekräftige Ergebnisse zu kommen", so der Neurologe.

Steigende Bedeutung

Insgesamt nimmt die Bedeutung neurologischer Erkrankungen zu. Das ist vor allem durch eine wachsende Häufigkeit der altersassoziierten Erkrankungen des Nervensystems wie Demenz, Schlaganfall und Morbus Parkinson bedingt. "Schuld" daran ist die demografische Entwicklung. Ab einem Alter von 60 Jahren steigt das Risiko für Erkrankungen des Zentralnervensystems steil an.

Demenz ist heute bereits für 11,2 Prozent und der Schlaganfall für 9,5 Prozent aller mit Behinderung verbrachten Lebensjahre verantwortlich, und damit für mehr Invalidität als Muskel- und Skelett- oder kardiovaskuläre Erkrankungen (je 8,9 Prozent). Im Jahr 2035 werden beispielsweise in Österreich bereits mehr als drei Millionen Menschen im Alter von 60 Jahren und darüber leben. Man rechnet mit einem Anstieg der Zahl der Demenzpatienten von derzeit 110.000 bis 130.000 auf etwa 270.000 im Jahr 2050.

Breit gestreute Themen

Dementsprechend breit gestreut ist das Themenfeld des Kongresses. Bei den Krankheitsbildern geht es um Demenz, Multiple Sklerose, Schlaganfall, Epilepsie, neuromuskuläre Erkrankungen, Kopfschmerz, umweltbezogene neurologische Erkrankungen, Tropenneurologie, Neurointensivmedizin und Neurorehabilitation. Hinzu kommen Palliativmedizin in der Neurologie oder Neuroethik sowie aktuelle Weiterentwicklungen bei den bildgebenden Verfahren. (APA, derStandard.at, 19.9.2013)

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