Vermutetes Mastermind hinter internationalem Matchfixing verhaftet

14 Festnahmen in Singapur, darunter Dan Tan, könnten großen Wurf im Kampf gegen Spielmanipulationen auch in Österreich bedeuten

Interpol hat die Festnahme von 14 Verdächtigen in Singapur im Zusammenhang mit einem weltweiten Skandal um manipulierte Fußballspiele bekanntgegeben. Unter den Verhafteten befindet sich auch ein Mann namens Dan Tan, der seit Jahren als mutmaßlicher Drahtzieher im internationalen Sport-Wettbetrug vermutet wird. Während neun Verhaftete nach Hinterlegung einer Kaution freigelassen wurden, bleiben Tan und vier andere in Gewahrsam der Polizei. Unter anderem bei Wettbetrugs-Ermittlungen in Ungarn stand der Geschäftsmann im Fokus - ein Haftbefehl steht in diesem Zusammenhang aus.

"Mit der Verhaftung der Hauptverdächtigen und des vermuteten Drahtziehers haben die Autoritäten in Singapur einen wichtigen Schritt gemacht, um ein internationales Spielmanipulations-Syndikat zu zerschlagen", sagte Interpol-Generalsekretär Ronald Noble: "Niemand sollte Singapurs Einsatz im Kampf gegen Matchfixing in Zweifel ziehen".

Nicht überzeugt davon zeigt sich Aufdeckungsjournalist Declan Hill. Der Kanadier hatte Singapur lange vorgeworfen, den gut vernetzten Tan zu schützen. "Warum hat das so lange gedauert? Singapur hat es in die Länge gezogen", kommentierte Hill die nunmehrige Verhaftung, die angeblich unter Berufung auf Anti-Terror-Gesetze aus den 1950er-Jahren stattgefunden haben soll. Hill befürchtet, nach dem internationalen Haftbefehl vor einem Jahr habe Tan genug Zeit gehabt, um Beweise zu zerstören.

Im Interview mit derStandard.at im Februar vermutete Hill Tan auch Matchfixing in Österreich: "Er steht im Zentrum von Manipulationen rund um die Welt, war auch in Österreich und ist mit den Fällen dort eng verbunden". (red, derStandard.at, 18.11.2013)

Zur Nachlese:

Interview mit Aufdecker Declan Hill: Wer den Fußball manipuliert

Share if you care