Strache schürt

Einserkastl |

Nicht alle "Ausländer" sind Straches Feindbild, die Türken aber eher schon

Strache trägt gern die "Brojanica" am Handgelenk. Sieht aus wie ein Freundschaftsarmband, ist aber eine Gebetskette für serbisch-orthodoxe Gläubige. Strache wirbt um Wähler mit serbischem Migrationshintergrund. Nicht alle "Ausländer" sind sein Feindbild, die Türken aber eher schon. Bei diversen Auftritten vor entsprechendem Publikum kommt er auch gern auf die Schlacht am Amselfeld ("Kosovo polje") zwischen Serben und Türken zu sprechen.

Dieses Ereignis ist schon etwas länger her (1389), hat aber auch eine zeitgenössische Bedeutung. Der im Kriegsverbrechergefängnis von Den Haag verstorbene Slobodan Milosevic benutzte den 600. Jahrestag der Schlacht, um mit einer Hetzrede vor hunderttausenden Anhängern quasi den Startschuss zu den Ereignissen zu geben, die ein paar Jahre später mit Krieg und dem Auseinanderfallen von Jugoslawien endeten.

Auch vor diesem Hintergrund muss man Straches türkische Taferl-Show in der ORF-Konfrontation mit Werner Faymann sehen. Wobei er selbst im Jänner 2012 bei einer Veranstaltung ausrief: "Kosovo je srce Srbije!" (" Kosovo ist das Herz Serbiens"). Objektiv nimmt Strache in Kauf, alte Feindschaften zwischen den beiden größten Migrantengruppen zu schüren. Wann nimmt das ÖVP-Chef Michael Spindelegger, er ist auch Außenminister, zur Kenntnis und sagt klar: Mit jemandem, der Volksgruppen gegeneinander aufhetzt, wollen wir nichts zu tun haben? (Hans Rauscher, DER STANDARD, 19.9.2013)

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