Jeder Vierte vermisst Jörg Haider in der Politik

Conrad Seidl
18. September 2013, 21:32

Den heutigen Spitzenpolitikern geben die österreichischen Wahlberechtigten keine große Zukunft. Lieber schwelgen sie in nostalgischen Gefühlen für Politiker vergangener Jahrzehnte. Einer ist aber ganz out: Karl-Heinz Grasser

Linz - Der erste Nationalratswahlkampf ohne Jörg Haider zeigt: Weder der freiheitliche Parteichef Heinz-Christian Strache noch der BZÖ-Obmann Josef Bucher will das politische Erbe, das Haider nach Wahlerfolg (10,7 Prozent für das BZÖ) und Unfalltod 2008 hinterlassen hat, übernehmen. Fragt man dagegen die österreichischen Wahlberechtigten, so zeigt sich, dass immer noch 24 Prozent Haider nachtrauern (53 Prozent meinen dagegen, Haider würde Österreich nicht guttun).

"Wir haben die Namen von Politikern aus den letzten beiden Jahrzehnten genommen und gefragt, ob diese Politiker der aktuellen österreichischen Politik guttäten, wenn sie in einer Spitzenposition wären. Historische Persönlichkeiten wie Leopold Figl und Bruno Kreisky haben wir ausgespart", sagt Market-Institutsleiter David Pfarrhofer über die Methode.

Die positivsten Erinnerungen löst der Grüne Alexander Van der Bellen aus - 42 Prozent meinen, er würde Österreich guttun, 37 Prozent hielten das für eher schlecht. Auf den Plätzen dahinter liegen Franz Vranitzky (40:37) und schon deutlich dahinter Josef Pröll (27:49).

Auch Viktor Klima kommt mit 24:50 nicht schlecht weg. Nur im Mittelfeld landen dessen Nachfolger Wolfgang Schüssel (17:60) und Alfred Gusenbauer (15:63).

Auf dem letzten Platz landet der einstige Sonnyboy Karl-Heinz Grasser: Nur fünf Prozent fänden ihn gut, 72 Prozent aber schlecht für die aktuelle Politik.

Keine Zukunft für Stronach

In derselben Befragung ließ der STANDARD erheben, wie die Zukunftsaussichten der derzeitigen politischen Spitzenkräfte eingeschätzt werden. Für Frank Stronach, der seiner Partei seinen Namen gegeben hat, sehen nur sechs Prozent eine Chance, noch in zehn Jahren eine wichtige Rolle zu spielen. Hier dürfte das Alter eine gewisse Rolle spielen, sagt Pfarrhofer: Die beiden 44 Jahre alten Parteichefs Eva Glawischnig und Heinz-Christian Strache werden als am ehesten für zukunftsfähig erachtet - wenn auch in unterschiedlichem Maß und von unterschiedlichen Personen.

Glawischnig sehen 43 Prozent auch in zehn Jahren noch in der Spitzenpolitik - vor allem Frauen sehen das so. 38 Prozent geben Strache eine Zukunft - hier sind es vor allem Männer und nicht unbedingt die höchste Bildungsschicht. Nur je 33 Prozent meinen, dass die Koalitionsspitzen Werner Faymann und Michael Spindelegger in zehn Jahren noch eine Rolle spielen werden. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 19.9.2013)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 618
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
Vor allem vermissen wir die Schandtaten der "werten Herren (und Damen") PolitkerInnen ...

stimme ich ihnen zu- ich möchte an haiders aussage zum grauenhaften tod von marcus omofuma erinnern- "man müsse das risiko eines solchen todesfalles und das leben österreichischer drogenopfer gegeneinander abwägen"....wie man sich so jmd wieder in die politik wünschen kann verstehe ich nicht.

teures Kabarett

Man kann ja über Haider sagen, was man will, aber er war einer der wenigen Politiker, die wirklich intelligent waren. Nur leider hat er diese Intelligenz falsch eingesetzt. Traurig.

Man kann nicht rechtsextrem und intelligent sein. Schon der Sager von der ..

Arbeitsmarktpolitik des III. Reiches zeugte von seiner Dummheit.

was für ein Blödsinn...

Welche Schwachmaten weinen Josef Pröll eine Träne nach?
Der hat uns gemeinsam mit Andreas Schieder die Suppe mit der Hypobank eingebrockt, als er sich von der Bayern-LB über den Tisch ziehen hat lassen.

Ich nicht,die braven und fleissigen waren mir immer suspekt...

...und wie die tochter der zeit zeigte zu recht. :)

Owezara! ;-)

So als angeblicher Linker.. muss ich sagen.. ich vermiss den Haider auch, das war immerhin ein "Feind" den man respektieren konnte.. das ist irgendwie bei den ganzen Wirbellosen wie Strache, Buchner, etc. verloren gegangen, auch wenn das jetzt so "altmodisch klingt" aber ein guter Feind ist auch was Wert.

Was haben Sie an Haider respektiert?

Er hat Kärten kaputt gemacht. Er hat die FPÖ kaputgemacht.
Er hat die Schwarz.Blau-Koalition kaputtgemacht.
Er hat Hypo-Adria kaputtgemacht.
Was Sie respektieren, ist vielleich sein guter Schmäh,
das vermisse ich auch. Aber nur das.

Heisst es jetzt kaputt gemacht, kaputgemacht oder kaputtgemacht?

Nochmal lesen, vielleicht wirds dann klarer.

Ihre Ironie ist mir schon bewusst... aber trotzdem...

Wenn ichs mir so überleg, vermiss ich auch den Haider, das war immerhin ein "feind" dem man mit respekt (und umgekehrt) begegnet ist (bei aller unsympathie und den natürlichen "hackl'n von hinten" die so ein feind sein mitbringt), kein dummer schreihals oder blödes kleindkind wie die jetztige Fpö/Bzö varianten.

Sie unterschätzen den Strache äußerst.

Es ist ja schon mittlerweile ziemlich jedem klar,
dass der Strache meistens von frustrierten
Akademikern so hoffnungslos gehasst wird,
weil er mit wenig Bildung viel weiter gebracht hat als diese.
Aber die faulen Studenten mögen ihn auch nicht.
Dass er "Leistung" im allgemeinen betont, gefällt
viele Leuten logischerweise nicht.

Oh gott du bist auch so einer der "laut schreien" als argument sieht?

was hat den bildung mit kofferträger zu tun,den das war strache bei haider,was diese partie an ministern brachte spottete jeder beschreibung,strache gehört zu dieser partie wie hojac u.andere unfähige mitglieder einer övpfpö regierung......
...htpp://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Schüssel

Ich habe ja eben gesagt, wo der Gegenwind herweht. Danke für den Beweis für meine Vermutung.

Der Beitrag ist nicht FÜR Haider, sondern GEGEN Strache.

"Der alte Chef, ja er war der große Magier, der neue Chef kann ihm nicht einmal das Wasser reichen".
Das ist aber nicht wahr. Die vom Haider ruinierte FPÖ hat Strache
aus dem Loch geholt und daraus eine schlagkräftige Oppositionspartei gamacht.
Gewisse Leute haben ja unheilbare FPÖ-Allergie.
Strache ist selbstbewusst, mit wenig Bildung weit gebracht, redegewandt, jung, gutaussehend, hat Ideen, durchaus tauglich als Zielscheibe zu dienen, vor allem für frustrierte Akademiker.

Ein "kernphysiker" mit " Akademikerphobie" .

das Wort "frustrierte" haben Sie ausgelassen.

Ich meine diejenigen, die 7-8 Jahre studieren, und dann können mit ihrer
Ausbildung nichts anfangen oder die erhoffte Karriere nicht schaffen.
Und dann werden sie neidisch auf Menschen, die ohne Uni-Diplom
viel weiter gebracht haben als sie. Die meisten Akademiker können
schon ihr Wissen einsätzen und wunderbare Leistungen erbringen.
Alle Ehre denen. Darum geht es hier aber natürlich nicht.

Strache sollte auch höllisch aufpassen. Die Feindseligkeit gegenüber ihm ist in so einem demokratischen Staat, (wofür sich Österreich mit Recht hält) ist ungeheuerlich.

Ihn hassen aber nicht die Ausländern, sondern eher die
frustrierten Akademiker, die es wahnsinnig nervt,
dass er ohne Diplom so weit geschafft hat.

Wo ist denn Ihr Diplom als " kernphysiker" ?

Posting 1 bis 25 von 618
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.