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Die Qual der Agenturwahl

22. September 2013, 00:00

Beim Pitch sind gerade die Auftraggeber gefordert. Wie Wähler müssen sie sich genau informieren und abwägen, wem sie ihre Stimme geben. Tun sie das nicht, steuern sie sich indirekt in die Krise.

Wählen Unternehmen eine neue Agentur, bestimmt das Ergebnis von Briefing, Präsentationen und Auswahlprozess die zukünftige Kommunikation der Marke und damit letztlich die Entscheidung der Konsumenten. Darum gilt es, nicht nur genau zu überlegen, wann sich eine Agentur-Neuwahl wirklich auszahlt. Ebenso wichtig ist, ob genug Ressourcen für einen Pitch zur Verfügung stehen und welches Ziel angesteuert wird.

Richtig wählen

Ob man eine Partei oder eine Agentur wählt, wer die Entscheidung allein von Sympathien gegenüber einzelnen Personen oder hübschen bunten Bildern abhängig macht, verwählt sich schnell. Ebenso beliebt wie fatal ist auch das „sich beim Pitch zurücklehnen und von Agenturen berieseln lassen." Nur wer weiß, was er will und wie er es bekommt, wählt sicher richtig. Letztlich bekommen Länder und Marken nicht immer die Politik bzw. Werbung, die sie möchten, aber die, die sie gewählt haben.

Mitbestimmen

Im Vergleich zu den Wählern bei der Nationalratswahl haben Marken bei der Wahl ihrer Agentur einen entscheidenden Vorteil: Sie können briefen und damit beim Wahlprogramm mitbestimmen. Dabei sind Briefings – gerade in Pitchsituationen – auf Unternehmensseite eher unbeliebt. Natürlich bedeutet ein Briefing auch Verantwortung gegenüber der neuen Linie und ja, es macht Arbeit, aber es bedeutet auch eine große Chance. Denn Agenturen sind sich einig: Das Ergebnis des Pitches ist immer (nur) so gut wie das Briefing.

Nichts vertuschen

Als Unternehmen sollte man der Politik mit gutem Beispiel vorangehen und wirklich ehrlich mit Agenturen umgehen, anstatt sie im Dunkeln tappen zu lassen. Denn, wer Agenturen unnötige Recherche erspart und alle pitchrelevanten Informationen auf den Tisch legt (narrow briefing), anstatt interpretieren zu lassen (wide briefing), bekommt deutlich bessere Ideen, die wirklich zum Unternehmen passen. Und die Agenturen arbeiten deutlich motivierter.

Vorentscheiden

Wer sich über jede Partei gleichermaßen gut informieren möchte, hat entweder sehr viel Zeit oder steht am Ende mit viel Halbwissen da. Auch beim Pitch macht es deshalb Sinn, vorzusortieren und so wenige Agenturen in die engere Auswahl zu nehmen, wie möglich. Aller guten Dinge sind drei. Das ist nicht nur fair den Agenturen gegenüber, sondern auch ökonomisch: kürzere Präsentationszeit, leichtere Entscheidungen und ergiebigere Agenturen.

Digitale Regierung bilden

Eine Nationalratswahl ist keine Landtagswahl und ein digitaler Pitch ist anders als ein klassischer: Marken sollten schon mit einer digitalen Strategie, aufbauend auf Unternehmens- und Kommunikationsstrategie in den Pitch gehen. So ist klar, welche Position(en) man eigentlich ausschreiben muss: Wer wird Web-Minister, wer ist Social Media Abgeordneter, wer leitet die Agentur-Regierung? Wie die verschiedenen Kanäle in Zukunft ineinander greifen, sollte auf jeden Fall die Agentur präsentieren.

Wahlbeteiligung

Agenturwahlrecht beim Pitch sollten letztlich nur Menschen haben, die auch am Prozess beteiligt waren bzw. an der Präsentation teilgenommen haben. Gerade bei der Wahl einer Digitalagentur sollten das Menschen sein, die mit Online und Mobile vertraut sind und Internet und Smartphone in ihr Leben integriert haben. Jurycheck: Welches Handy verwenden die Jurymitglieder?

Richtig wählen mit Strategie Austria

„Ist Ihre Agentur für die Fisch?" – mehr zu den Themen Ausschreibung, Pitch und Wahl der richtigen Agentur erfahren Auftraggeber am 1. Oktober beim Pitchworkshop von Strategie Austria. Referenten: Heimo Hammer, Eigentümer der Agentur kraftwerk, Christian Ammer, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Wien Energie, Roswitha Hasslinger, Hasslinger Consulting, Raffaele Arturo, Geschäftsführer von DDFG, Maimuna Mosser, Managing Director von Vizeum Austria und Sepp Tschernutter, CEO von Grayling Austria.

  • Artikelbild
    foto: kraftwerk
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