Verlässliche Sternenproduktion im Garnelennebel

  • Zu den bekanntesten Nebeln der Milchstraße gehört IC 4628 sicher nicht - aber er hat seine Reize.
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    foto: eso/martin pugh

    Zu den bekanntesten Nebeln der Milchstraße gehört IC 4628 sicher nicht - aber er hat seine Reize.

Seit Millionen Jahren entstehen hier neue Sterne - ESO liefert neues Bild der turbulenten Region

Garching/Santiago de Chile - Nicht zu verwechseln mit dem etwa gleich weit entfernten Krebsnebel, einem Supernova-Überrest, handelt es sich beim sogenannten Garnelennebel (IC 4628) in 6.000 Lichtjahren Entfernung um eine Geburtsstätte neuer Sterne. 

IC 4628 hat einen Durchmesser von etwa 250 Lichtjahren und besteht unter anderem aus Ballungen von Staub und Gaswolken, in denen hell leuchtende, heiße Sterne entstehen. Ein neues detailscharfes Bild dieser turbulenten Region gelang nun mit dem in Chile positionierten Very-Large-Teleskop (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO). Mit seinen vier Hauptteleskopen von je 8,2 Metern Spiegeldurchmesser liefert es Beobachtungen im Bereich des Infrarot- und des sichtbaren Lichts. Zur Farbverstärkung wurde die Aufnahme mit zusätzlichen Bildern verbessert, die mit anderen Filtern aufgenommen wurden.

Lichtspiele

Im sichtbaren Bereich des Lichts erscheinen die jungen Sterne bläulich-weiß. Interessanter ist aber ihre intensive Strahlung im ultravioletten Bereich - sie ist es, die die umgebenden Gaswolken zum Leuchten bringt. Jedes chemische Element strahlt Licht in charakteristischen Farben ab - bei Wasserstoff etwa dominiert Rot. Die vergleichsweise geringe Strahlung im sichtbaren Bereich führt dazu, dass der Nebel oft übersehen wird.

Laut ESO sind in den vergangenen Millionen Jahren in dieser Region zahlreiche Sterne entstanden, die teilweise auch Sternhaufen bilden. So gibt es einen großen, verstreuten Sternhaufen mit der Bezeichnung Collinder 316, der sich über einen Großteil der aktuellen Aufnahme des Nebels erstreckt. Dieser Sternhaufen gehört wiederum zu einer sehr viel größeren Ansammlung von sehr heißen und leuchtkräftigen Sternen.

Außerdem zeigt das Bild eine Reihe dunkler Strukturen und "Aushöhlungen": An diesen Stellen wurde die interstellare Materie von starken Winden weggefegt, die von den nahegelegenen heißen Sternen ausgehen. (red, derStandard.at, 18. 9. 2013)


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ESO

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