"Super-Termite" geht mit Bakterien gegen tödlichen Pilz vor

22. September 2013, 18:13
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Schädliche Spezies Coptotermes formosanus schützt Kolonie mit eigenem Kot gegen krankmachende Pilze

Termiten sind wahre Überlebenskünstler, die zum Teil auch erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen können. Gefürchtet ist in diesem Zusammenhang die Termiten-Art Coptotermes formosanus. Die ursprünglich aus China stammende Spezies bildet riesige unterirdische Nester, die oft mehrere Millionen Individuen beherbergen. Dies und ihre Fähigkeit, Holz binnen kürzester Zeit zu vernichten, hat ihr den Beinamen "Super-Termite" eingetragen. Mittlerweile ist C. formosanus in zahlreichen Ländern zu einem kostspieligen Einwanderer geworden, darunter Südafrika, Japan und die USA. Nun haben Forscher im Versuchslabor eines der Erfolgsgeheimnisse der "Super-Termite" enthüllt: Die Insekten schützen ihre Kolonien mit ihrem eigenen Kot gegen tödliche Pilze und bedienen sich dabei Streptomyces-Bakterien.

Der Termiten-Forscher Thomas Chouvenc von der Universität von Florida in Fort Lauderdale hatte mit Kollegen 56 Mini-Nester im Labor vorbereitet. In jedes Nest kamen 15 Gramm steriler Sand sowie 2,6 Milliliter einer Suspension aus Wasser und sterilisiertem Baumaterial von natürlichen Termiten-Bauten, sogenanntem Karton. Diese Suspension sollte genügend Nährstoffe enthalten, damit Mikroorganismen sich wie in einem echten Termiten-Nest entwickeln können.

Pilz tötet die Termiten von Innen

Ein Viertel der präparierten Nester wurde mit Streptomyces-Bakterien versetzt. Die sind bekannt dafür, dass sie gegen Pilzkrankheiten bei Insekten helfen. 14 weitere Nester wurde mit dem Pilz Metarhizium anisopliae infiziert. Dieser Pilz entwickelt sich im Inneren von Insekten und tötet so die Termiten. Weitere 14 Labor-Nester erhielten beides: sowohl die Bakterien als auch den Pilz. Und die restlichen 14 Nester bekamen als Kontrollgruppe nichts.

Anschließend wurden alle Mini-Nester mit jeweils 45 Arbeitern und fünf Soldaten der Spezies Coptotermes formosanus besetzt. Die Labor-Nester wurden 60 Tage lang im Dunkeln gehalten, weil die Bauten der Tiere für gewöhnlich unter der Erde liegen.

Die meisten Termiten überlebten in jenen Gruppen, die ihre Tunnel in dem Sand-Karton-Material mit Streptomyces-Bakterien bauen konnten. Die Überlebensrate in den nicht weiter behandelten Mini-Nestern war etwas geringer, unterschied sich aber nicht statistisch bedeutsam. In beiden Umgebungen hatte etwa 45 der 50 Termiten einer Gruppe überlebt. In jenen Termiten-Gruppen, die dem Pilz ausgesetzt waren, überlebte nur etwas mehr als die Hälfte. Hingegen überlebten in der Mix-Umgebung je rund 35 der 50 Termiten einer Gruppe.

Direkter Schutz

"Wenn sich die Streptomyces-Bakterien erst einmal in dem Termiten-Kot-Material etabliert haben, dann bieten sie den Termiten direkten Schutz gegen Boden-Pilze, die Insekten krank machen können", berichten die Forscher im britischen Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B". Das Karton-Material und die Kot-Spuren in den Futterschächten bieten eine Nische, die Mikroorganismen besiedeln können. Die speziellen Bakterien bildeten dann Stoffwechsel-Produkte, von denen die Termiten profitieren. Dieser Schutzmechanismus biete den Termiten also einen Überlebensvorteil. (APA/red, derStandard.at, 22.09.2013)

  • Die "Super-Termite" Coptotermes formosanus ist hauptverantwortlich für die meisten Schäden, die von Termiten verursacht werden. Eines ihrer Erfolgsgeheimnisse ist ihr ausgeklügelter Schutzmechanismus gegen tödliche Pilze.
    foto: t. chouvenc, university of florida

    Die "Super-Termite" Coptotermes formosanus ist hauptverantwortlich für die meisten Schäden, die von Termiten verursacht werden. Eines ihrer Erfolgsgeheimnisse ist ihr ausgeklügelter Schutzmechanismus gegen tödliche Pilze.

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