"Perverses" Forenverbot: Armin Wolf bittet Nutzer, nicht zu posten

17. September 2013, 19:38
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"Hilferuf" auf Facebook - Bundeskommunikationssenat sieht ORF-Gesetz wieder verletzt

Mit einem ungewöhnlichen Hilferuf richtet sich Armin Wolf, "ZiB2"-Anchorman und stellvertretender "ZiB"-Chefredakteur, an die Nutzer der Facebook-Seite "Im Zentrum". Den neuen Bescheid des Bundeskommunikationssenats, der dem ORF wegen des Forenverbots im ORF-Gesetz Nutzerkommentare auf seinen Facebook-Präsenzen verbietet, versucht der öffentlich-rechtliche Sender nun zu umgehen. Denn im Bescheid heiße es ausdrücklich, dass das Verbot "keinesfalls dazu geeignet ist, dem ORF jegliche Kommunikation über soziale Netzwerke zu unterbinden". Wolf schließt daraus: Der ORF dürfe Facebook-Seiten haben, "aber ohne Kommentare". User könnten also "kurzfristig helfen", indem sie nicht kommentieren.

Einseitige Kommunikation

Demnach arbeitet der ORF daran, die Kommentarfunktion auf der Seite zu deaktivieren. "Wir wissen, das ist ein bisschen pervers. Ok, es ist sogar ziemlich pervers. Aber die Behörde lässt uns leider momentan keine andere Wahl", heißt es in der Mitteilung. Im schlimmsten Fall müssten neue Kommentare sogar gelöscht werden.

Der Redakteursrat des ORF nannte den Bescheid des BKS zuvor "völlig absurd". Das Forenverbot schränke die Meinungsfreiheit ein, so Redakteursratschef Dieter Bornemann, es sei "rückständig, weltfremd und schadet dem ORF genauso wie dem Publikum". (red, derStandard.at, 17.9.2013)

  • Wolf an Nutzer: "Wir brauchen Ihre Hilfe!"
    foto: screenshot

    Wolf an Nutzer: "Wir brauchen Ihre Hilfe!"

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