Leistung durch Leidenschaft

17. September 2013, 19:39
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Suche nach Rahmenbedingungen für einen optimierten Wissenschaftsbetrieb

Bildung und Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft sind zu den wichtigsten Rohstoffen geworden. Von ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz, Förderung und optimalen Verknüpfung mit der Wirtschaft sind Wohlstand, künftige demografische Entwicklungen und Wettbewerbsfähigkeit abhängig. Fehlt nur noch das Wissen, an welchen Rädern zu drehen ist, damit der heimische Forschungsapparat "Spitzenleistung" erbringt.

Eine, die Spitzenleistung geradezu verkörpert, ist die Physikerin Maria Bernard-Schwarz. Die junge Tirolerin hat nach ihrer Matura 2007 ihr Studium der Technischen Physik an der TU Wien unter der Mindeststudienzeit absolviert. Sie erhielt ein Leistungsstipendium, einen Diplomarbeitspreis der Stadt Wien und arbeitete bereits am Teilchenbeschleuniger in Cern. Jetzt ist sie als Research Engineer an Entwicklungen für die Systemsteuerung von Quantenoptik-Experimente beim Unternehmen National Instruments in München tätig. Am Mittwoch diskutiert die Forscherin am Podium des FFG-Forums 2013 im Wiener Museumsquartier mit weiteren Experten darüber, wie ein "Vorsprung durch Spitzenleistung" zu erzielen wäre.

Bernard-Schwarz plädiert für weitere Forcierung der Zusammenarbeit zwischen universitären Instituten und der Wirtschaft. Dabei solle die Grundlagenforschung nicht außer Acht gelassen werden. Auch weil die EU lediglich anwendungsorientiert fördere, komme der nationalen Unterstützung der ergebnisoffenen Wissenschaft besondere Bedeutung zu. Beide Bereiche sollten zudem stärker miteinander kommunizieren. In Österreich liege ein besonderes Problem darin, dass Forschern, die ins Ausland gegangen sind, durch den Mangel an Positionen im Inland ein Anreiz für die Rückkehr fehle. "Die TU Wien konnte beispielsweise in den letzten Jahren kaum Geld für ihre Institute zur Verfügung stellen, die deshalb durch externe Forschungs- und Förderungsprojekte das hohe Niveau halten mussten."

Sie selbst sei durch eine HTL für Elektrotechnik mit Vorsprung ins Studium gestartet, sagt die Physikerin. Sie habe sich schon immer für Mathematik und Physik interessiert und im Studium stets leichtgetan. "Ich weiß nicht, woher es kommt." Als Frau in einem nach wie vor überwiegend männlich besetzten Feld sagt sie: "Wenn die Leidenschaft da ist, ist sie da, und das ist unabhängig vom Geschlecht." (pum, DER STANDARD, 18.9.2013)


Info: Über den Vorsprung reden

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG veranstaltet alljährlich ein Diskussionsforum, in dem Politiker, Wirtschaftstreibende und Forscher zu aktuellen Fragen von F&E Stellung beziehen. Das heurige Thema ist denkbar breit angelegt: "Vorsprung durch Forschung". Vertreter der FFG-Eigentümer Verkehrs- und Wirtschaftsministerium werden sprechen, genauso wie Bevölkerungsexperte Wolfgang Lutz, Christopher John Hull, der ehemalige Generalsekretär der EARTO (European Association of Research and Technology Organisations), die Köchin Sarah Wiener und der Winzer Fritz Wieninger. (red)

Mittwoch, Halle E im Museumsquartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien. Beginn 13.30 Uhr

  • Physikerin Maria Bernard-Schwarz
    foto: privat

    Physikerin Maria Bernard-Schwarz

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