Google und Samsung liefern immer mehr Linux-Code

17. September 2013, 08:54
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Red Hat und Intel an der Spitze - Kernel-Entwicklung wird noch immer schneller

Parallel zum Start der LinuxCon in New Orleans hat die Linux Foundation neue Statistiken zur Entwicklung des Kernels veröffentlicht. Auffallend ist dabei vor allem der Aufstieg zweier Unternehmen: Sowohl Samsung als auch Google schaffen es zum ersten Mal in die Top-10 der beitragenden Firmen.

Veränderung

So zeichnete Samsung seit dem März 2012 für 2,6 Prozent sämtlicher Änderungen am Code verantwortlich, bei Google waren es 2,4 Prozent. Noch im April 2012 war Samsung gar nicht in den Top 30 zu finden, Google befand sich mit 1,5 Prozent auf Platz 11.

Kein spezifischer Code

Entgegen dem, was man annehmen könnte, betrifft der Google-Code übrigens nur zu einem verschwindenden Teil spezifische Anpassungen für Android. Die Beiträge gehen laut dem Bericht quer durch alle Bereiche, von Netzwerk über Sicherheit bis zum Scheduler. Auch zeigt sich die Linux Foundation erfreut, dass die Kontroversen über Android-spezifische Code-Teile der Vergangenheit angehören. Mittlerweile habe man sich in all den umstrittenen Bereichen auf gemeinsame Wege geeinigt.

64-Bit

Dabei kann sich Jim Zemlin, Vorsitzender der Linux Foundation, auch einen kleinen Seitenhieb auf Apple nicht ersparen. Die massiven Anpassungen, die das Unternehmen an iOS 7 für die Unterstützung von 64-Bit-Prozessoren vorgenommen hat, seien bei Android schlicht unnötig. Dieses profitiert nämlich von der Linux-Kernel-Entwicklung - und hier seien die entsprechenden Schritte schon lange erledigt worden.

Linaro

Besonders auffällig ist auch der Aufstieg von Linaro: Das Unternehmen, das sich auf die Softwareentwicklung für ARM-basierte System-on-a-Chip-Lösungen konzentriert legt von 0,7 Prozent auf 4,1 Prozent zu. In Summe sei eine deutlich wachsende Bedeutung der Entwicklung für mobile Betriebssysteme zu beobachten, konstatiert denn auch die Linux Foundation. Von 4,4 Prozent auf 11 Prozent ist das Volumen diesbezüglich einzuordnender Beiträge gewachsen.

Red Hat und Intel

An der Spitze des Rankings steht weiter unangefochten der Linux-Distributor Red Hat mit 10,2 Prozent aller Beiträge vor Intel (8,8 Prozent) und Texas Instruments (4,1 Prozent). Im Ranking ist übrigens auch das Wiener Softwarehaus Linbit zu finden, das immerhin für 0,8 Prozent des aktuell hinzugekommenen Kernel-Codes verantwortlich zeichnet. Nicht mehr unter die Top-Beitragenden zählt Microsoft, das es im Jahr 2011 mit dem Code für seine Virtualisierungsplattform Hyper-V sogar auf Platz 5 schaffte.

Geschwindigkeit

Insgesamt seien in dem beobachteten Zeitraum 17 Millionen Codezeilen hinzugekommen. Damit ist auch die Geschwindigkeit der Kernel-Entwicklung weiter angewachsen: Von 6,71 auf 7,14 neu eingespielter Patches pro Stunde. Auch die Zeit zwischen der Veröffentlichung neuer Version schrumpft, und zwar von 80 auf 70 Tage, was dafür spricht, dass man effizienter beim Aufspüren von Fehlern in den neuen Code-Beiträgen geworden ist. (apo, derStandard.at, 17.09.13)

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    grafik: google / linux
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