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Richtig bewerben

17. September 2013, 09:46

Nützliche Tipps von Expertinnen für Ihren Karrierestart: wie Sie auf den Karrieremessen der FH Oberösterreich einen guten Eindruck machen und erfolgreiche Bewerbungsgespräche führen.

Wenige Tage vor den FH OÖ Karrieremessen in Hagenberg und Wels fragen wir Expertinnen und Experten um Bewerbungstipps. Birgit R. Kriegl, Koordinatorin des Career Centers am Campus Hagenberg und Organisatorin der FH>>next Karrieremesse für IT & Medien, und Melanie Walcherberger, Organisatorin der Job- und Praktikumsbörse für Technik und Umwelt am Campus Wels geben uns Auskunft. Ebenso antworten Repräsentaten einiger Ausstellerunternehmen: Mag. Romana C. Hausleitner, HR-Leiterin der Firma BMD Systemhaus GmbH, Mag. Jürgen Smid, Geschäftsführer von karriere.at und Regina Wurzinger, MA, Recruiterin bei ePunkt – sie bieten uns Einblicke in die Sicht und Wünsche der Arbeitgeber.

Wie bereitet man sich am besten auf die FH>>next respektive die Job- und Praktikumsbörse vor?

Birgit R. Kriegl: Das Messemagazin mit der Ausstellerliste und Messeplan liegt bereits zwei Wochen vor der Messe am Campus auf. Von jedem der über 145 auf der FH>>next ausstellenden Unternehmen wird zudem ein sogenanntes Unternehmensprofil, mit einer Unternehmensbeschreibung, den gesuchten Studienrichtungen und den wichtigsten Eckdaten erstellt. Dieses wird bereits im Vorfeld der Messe am Messeboard in den Foyers der FH sowie in einer Datenbank im Intranet veröffentlicht. Mit Hilfe dieser Datenbank können die Studierenden und Absolventinnen wie Absolventen gezielt nach passenden Unternehmen suchen. Es ist vorteilhaft, sich eine Liste mit den für sich interessantesten Unternehmen zu erstellen, mit denen man ins Gespräch kommen will. Beginnt man frühzeitig mit der Vorbereitung, ist es möglich, die Personalverantwortlichen im Vorfeld zu kontaktieren und sich bereits einen Gesprächstermin auf der Messe zu sichern. Man kann sich auf Fragen an die Unternehmensvertreter vorbereiten, das zeugt von Interesse, jedoch Vorsicht: Bitte keine Fragen, die mit einem Blick auf die Unternehmens-Homepage beantwortet wären.

Romana Hausleitner: Stimmt, Bewerberinnen und Bewerber, die sich vorab über BMD informiert haben, beeindrucken uns. Aber auch wenn sie unseren Messestand in Hagenberg ganz gezielt ansteuern, wenn Bewerber mit konkreten Fragen auf uns zu kommen, wenn sich im Gespräch sowohl Flexibilität und Offenheit einerseits als auch Vorstellungen über ein berufliches Ziel andererseits finden. Ideal ist natürlich, wenn ein Bewerber dann noch das auf uns passende Profil aufweist – sowohl fachlich als auch von der Einstellung.

Melanie Walcherberger: Auch auf die Welser Karrieremesse ist eine gezielte Vorbereitung  wünschenswert. Schon einige Abende vorher bieten wir in Wels für unsere Studierende zwei Bewerbungscoachings zur individuellen Vorbereitung an. Das Messemagazin liegt ebenfalls bereits zwei Wochen vor der Messe am Campus auf. Zusätzlich bieten wir auf unserer Homepage eine Ausstellerliste mit den Unternehmensdaten und den gesuchten Studienrichtungen. Weiters wird es im Intranet wieder eine Plattform geben, wo die Firmen schon im Vorfeld ihre Job- und Praktikaangebote posten können. Am Messetag selbst werden „Karrierelunches“ von 10 renommierten Unternehmen stattfinden. Die Teilnehmerzahl dafür ist begrenzt – eine Anmeldung ist daher erforderlich.

Wie viel zählt denn in diesem Bereich Fachwissen, wie viel Social Skills?

Regina Wurzinger: Grundsätzlich ist beides natürlich wichtig, aber es hängt stark von der jeweiligen Position ab. Gerade bei Positionen mit Außenkontakt oder mit Führungsaufgaben bekommen Social Skills einen noch höheren Stellenwert. Es genügt heutzutage nicht mehr nur das Fachliche abzudecken. Um erfolgreich zu sein, muss man mit Menschen gut umgehen können, das Netzwerken beherrschen und gut im Team zusammenarbeiten können.

Jürgen Smid: Auch wenn es von vielen nicht geglaubt wird: Im Zentrum eines Rekrutierungsprozesses steht immer die Gesamtpersönlichkeit. Gute Umgangsformen sind Basics, die wahrscheinlich jedes Unternehmen voraussetzt. Dresscodes sind in manchen Branchen oder Berufsfeldern wichtiger, in manchen weniger: Banken haben andere Erwartungen als Online-Agenturen.

Gibt es einen Dresscode und bestimmte Dos und Don'ts bei der Vorstellung am Messestand?

Birgit R. Kriegl: Da es keine zweite Chance für den ersten Eindruck gibt, ist es wichtig, auf ordentliche Kleidung und ein gepflegtes Erscheinungsbild zu achten. Da bei den Karrieremessen sehr viele verschiedene Unternehmen ausstellen – vom Großkonzern, über Firmen aus Industrie und Wirtschaft oder stylische Werbeagenturen bis hin zu Spiele-Produzenten – sollte man hier wieder auf Individualität achten und authentisch bleiben. Wenn man im positiven Sinne auf sich aufmerksam machen möchte, sollte man die Hände freihaben, um den Gesprächspartner am Messestand auch begrüßen zu können. Es macht keinen guten Eindruck, wenn man die Hände noch voller Give-aways vom Nachbarstand hat.

Was sind die schlimmsten Fehler, die man auf der Messe kann kann?

Jürgen Smid: Der schlimmste Fehler ist wahrscheinlich, einfach nichts zu machen. Wenn ein Messebesucher am Unternehmen interessiert ist, sollte er die Chance unbedingt nützen, mit Ansprechpartnern in Kontakt zu treten. Ehrliches Interesse und Wissen über das Unternehmen sind das beste Fundament, um eine Basis mit einem künftigen Arbeitgeber zu schaffen.

Romana Hausleitner: Natürlich ist es nicht ideal,  wenn die Gespräche mit dem Gehalt beginnen. Das ist jedoch bisher auf dieser Messe nicht vorgekommen. Generell vertreten wir bei BMD die Einstellung: „Fehler sind erlaubt“. Wichtig ist für uns, aus Fehlern zu lernen.

Das klingt aber, als ob das entscheidendste Kriterium das entsprechende Studium ist, um einen Job zu bekommen.

Regina Wurzinger: Im Vordergrund stehen noch immer eine fundierte Ausbildung und das Fachwissen in diesem Bereich. In Österreich wird auch darauf geachtet, wo die Ausbildung absolviert wurde. Eine Spezialisierung in einem gewissen Bereich ist von Vorteil. Darüber hinaus werden aber vor allem Menschen gesucht, welche innovative Ideen mitbringen. Viele PersonalmanagerInnen legen auch Wert darauf, dass die/der BewerberIn gut ins Team und zum Unternehmen passt.

Wie findet man das rasch heraus? Gibt es neue Entwicklungen im Recruiting in der IT- und Technik-Branche?

Regina Wurzinger: Viele Unternehmen werden immer einfallsreicher beim Recruiting. Da gibt es Programmierrätsel in der Stellenausschreibung oder es werden Coding Contests veranstaltet – Wettbewerbe, um die besten AbsolventInnen zu finden. Eine moderne Form des Assessment Centers. Mit sogenannten Recruiting Games zeigt man, wie ein Arbeitsalltag im Unternehmen aussehen kann. Ein weiterer Trend ist, dass es in dieser Branche kaum mehr Printbewerbungen gibt – alles passiert online. Man will es den BewerberInnen auch so einfach wie möglich machen, sich beim Unternehmen zu bewerben. Da ist ein gut durchdachtes und schlankes Bewerberportal sehr wichtig. Auch gibt es bereits die Möglichkeit, seine Daten von beruflichen Netzwerken zu übernehmen, um nicht bei jeder Bewerbung die persönlichen Daten erneut eingeben zu müssen.

Welche Bewerbungsunterlagen wünschen Sie sich auf der Messe von einem Bewerber?

Romana Hausleitner: Ein Lebenslauf mit Foto ist praktisch, um den/die BewerberIn nach den zahlreichen Kontakten auf der Messe auch später identifizieren zu können. Das ist aber keine Voraussetzung. Weitere Unterlagen müssen nicht sein, da es sich um ein erstes Vorgespräch handelt. Alle Unterlagen können elektronisch nachgereicht werden, beziehungsweise passiert die Bewerbung auch bei uns idealerweise online.

Birgit R. Kriegl: Heutzutage wird der Großteil der Bewerbungen per Email versendet. Hier ist darauf zu achten, dass man die Bewerbungsunterlagen von einer seriösen Absenderadresse sendet und Kontaktdaten verwendet, die aktuell sind respektive unter denen man auch erreichbar ist. Ich empfehle einen übersichtlichen, vollständigen und gut strukturierten tabellarischen Lebenslauf, in umgekehrter chronologischer Reihenfolge, das Aktuellste zuerst. In Österreich und unseren Nachbarländern ist es auch üblich ein Foto hinzuzufügen – hier bitte keine Urlaubsfotos oder ähnliches verwenden, sondern professionelle Portraitfotos. Um aus dem Einheitsbrei herauszustechen ist es wichtig, den Lebenslauf und vor allem das Motivationsschreiben auf die ausgeschriebene Stelle anzupassen.

Jürgen Smid: Der Lebenslauf der Kandidatin oder des Kandidaten steht auf jeden Fall im Zentrum. Dieser sollte professionell gestaltet sein und die wichtigsten Stationen und Kenntnisse abbilden. Keinesfalls sollte vergessen werden, alle relevanten Kontaktdaten auf dem Lebenslauf anzuführen. Ein banaler Fehler, der trotzdem immer wieder vorkommt.

Sie bieten einen CV-Check an. Wem empfehlen Sie einen solchen zu machen?

Jürgen Smid: Unser Lebenslauf-Check empfiehlt sich für all jene, denen Routine beim Bewerben fehlt. Der Check richtet sich also sowohl an Berufseinsteiger als auch an Menschen, die sich einfach länger nicht beworben haben. Das Bewerbungsschreiben ist die erste Duftmarke, die man als Kandidat in einem Unternehmen setzt. Und oftmals entscheiden wenige Minuten, ob ein Kandidat zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nicht. Die professionelle Aufbereitung der Bewerbungsunterlagen ist dafür wesentlich.

Wer profitiert denn, Ihrer Meinung nach, von den Karrieremessen der FH OÖ?

Regina Wurzinger: Die FH-Karrieremessen sind eine großartige Chance für Studierende. Das habe ich im Fall der FH>>next, als ich selbst noch Studentin in Hagenberg war, auch persönlich erlebt. Wo sonst hat man die Möglichkeit, direkt mit Personalverantwortlichen face-to-face und somit ganz persönlich mit den Unternehmen in Kontakt zu kommen? Man hat ganz andere Möglichkeiten, sich zu präsentieren, als nur mit dem Lebenslauf und einem Anschreiben. Ein persönlicher Eindruck bleibt viel stärker in Erinnerung. Außerdem erhält man von den PersonalmanagerInnen Einblicke ins Unternehmen, die es nicht auf der Homepage nachzulesen gibt. Eine gute Vorbereitung ist allerdings wichtig. Die FH OÖ-Karrieremessen sind  aber auch für die Unternehmen eine einzigartige Möglichkeit, um für das Unternehmen zu werben. Viele Talente und „High Potentials“ sind gesammelt auf einem Platz anzutreffen. Auch wenn gerade keine Positionen zu besetzen sind, ist es wichtig, bei den StudentInnen einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Birgit R. Kriegl und Melanie Walcherberger: Die FH OÖ-Karrieremessen stellen bereits seit Jahren eine optimale Kontaktplattform zwischen Unternehmen und Studierenden dar und haben sich als professionell organisierte Networking-Events einen guten Ruf erworben. Bei einer gezielten Vorbereitung auf beiden Seiten steht einer erfolgreichen Kontaktaufnahme nichts mehr im Wege.

Mehr zu den FH OÖ Karrieremessen für Technik & Umwelt, IT & Medien sowie Management

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  • Eine gute Vorbereitung auf die Karrieremesse ist wichtig, auch was das persönliche Gespräch am Messestand betrifft.

    Eine gute Vorbereitung auf die Karrieremesse ist wichtig, auch was das persönliche Gespräch am Messestand betrifft.

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