Slowenen sehen ihr Land für EU-Beitritt "mangelhaft" vorbereitet

4. August 2003, 08:41
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Nur jeder dritte Bürger zuversichtlich

Laibach - Slowenien sei "mangelhaft" für den EU-Beitritt im Mai nächsten Jahres vorbereitet. Dieser Ansicht sind gar 52 Prozent der in einer Umfrage befragten Slowenen, die heute, Sonntag, in der größten slowenischen Zeitung "Delo" veröffentlicht wurde. Nur etwa jeder dritte Slowene sieht sein Land für den EU-Beitritt gut vorbereitet. Nach dieser Umfrage sind 31 Prozent der Slowenen überzeugt, dass Slowenien mit dem Beitritt "etwas gewinnen" werde. Etwa 29 Prozent meinten, dass sich nichts ändern werde.

Fast die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass Slowenien in etwa zehn Jahren die entwickelten EU-Staaten einholen wird. Je 15 Prozent glauben, dass die Entwicklungsstufe der entwickelten europäischen Staaten erst in fünf beziehungsweise 20 Jahren erreicht wird. Acht Prozent meinen gar, dass diese Entwicklungsstufe erst in 30 Jahren erreicht werden kann.

Skepsis

Auch der neue Verwaltungsratsvorsitzende der Laibacher Bank Austria-Creditanstalt (BA-CA) und ehemaliger Gouverneur der slowenischen Nationalbank, France Arhar, zeigt sich skeptisch. In einem am Samstag veröffentlichten Gespräch mit der Marburger Tageszeitung "Vecer" sagt er klar und deutlich, Slowenien sei für den EU-Beitritt "noch nicht vorbereitet". Man empfinde lediglich die vage Gewissheit, dass man "nach dem Sprung ins Wasser schon werde schwimmen lernen".

Aber das heutige Europa sei so, dass ein diesbezüglicher Optimismus fraglich sei, meint Arhar. Zweifel hegt er auch daran, ob Slowenien innerhalb von zehn Jahren das Niveau der am meisten entwickelten europäischen Länder erreichen kann. Dafür müsste Slowenien ein sechsprozentiges Wirtschaftswachstum aufweisen und "ein zweites Irland werden". (APA)

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