Wirtschaftsaufschwung in der Euro-Zone erwartet

2. August 2003, 19:59
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Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank sieht Weichen für einen schrittweisen Aufschwung bei stabilen Preisen gestellt

Hamburg - Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Issing, rechnet mit einem bevorstehenden Wirtschaftsaufschwung in der Euro-Zone bei einer Inflationsrate von unter zwei Prozent. In einem Artikel für die "Bild am Sonntag" schreibt Issing, in den vergangenen Monaten und Jahren "habe ein hohes Maß an Unsicherheit die Wirtschaft immer wieder zurückgeworfen."

Nach einer Wachstumsrate von nur 1,5 Prozent 2001 und 0,8 Prozent im letzten Jahr habe sich die Wachstumsschwäche auch im ersten Halbjahr 2003 fortgesetzt. "Jetzt aber sind die Weichen für einen schrittweisen Aufschwung bei stabilen Preisen gestellt", so Issing.

Preissteigerungen im Euroraum gehen zurück

"Das Vertrauen von Unternehmern und Verbrauchern sollte allmählich wieder steigen. Die Preissteigerungen im Euroraum gehen im nächsten Jahr auf unter zwei Prozent zurück, das stärkt die Kaufkraft der Verbraucher. Die Zinsen sind niedriger denn je, was die Investitionen begünstigt. Wenn jetzt auch die Weltwirtschaft wieder Tritt fasst, dann ist ein moderater Konjunkturoptimismus durchaus angebracht", so der Volkswirt.

Risiken für eine weniger positive Entwicklung seien jedoch nicht zu übersehen. "Schon allein deshalb sollte sich Europa nicht auf expansive Impulse von Außen verlassen", so Issing. "Es muss sich endlich auf seine eigenen Stärken besinnen." Bedauerlicherweise stehe es jedoch "um die längerfristigen Wachstumsaussichten nach wie vor nicht zum besten". (APA/dpa)

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