Ambrozy warnt vor Zwei-Klassen-Medizin

4. August 2003, 10:56
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Gesundheitsreform nicht auf dem Rücken der Patienten

Klagenfurt - Vor einer Zwei-Klassen-Medizin warnte am Samsatag der Kärntner SPÖ-Vorsitzende und Gesundheitsreferent Peter Ambrozy. "Eine Gesundheitsreform darf nur stattfinden, wenn sie nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird", forderte Ambrozy.

So ließen sich mit Generika bei den explodierenden Medikamentenkosten große Summen einsparen. Hier gelte es auch an die Ärzte zu appellieren, diese verstärkt einzusetzen, sagte Ambrozy. Er forderte "optimale Leistungen für die Patienten, statt die Erhaltung der einzelnen Systeme". Außer Streit müsse die Beibehaltung der Pflichtversicherung als sinnvolle gesundheits- und sozialpolitische Säule stehen, doch müssten auf der Ausgabenseite alle Sparpotenziale genützt werden.

Harmonisierung

Eine Harmonisierung der Beiträge dürfe es nur mit einer gleichzeitigen Harmonisierung der Leistungen geben, forderte der SPÖ-Chef. Denn sonst seien die Arbeitnehmer und ASVG-Versicherten die einzigen Verlierer. Ambrozy warf ÖVP und FPÖ vor, im Gesundheitsbereich vor allem die Kleinverdiener finanziell belasten zu wollen: "Als Kärntner Gesundheitsreferent und Sozialdemokrat lehne ich es aus tiefster Überzeugung ab, einen Kurs zu gehen, in der sich Bürgerinnen und Bürger Gesundheit nicht mehr leisten werden können."

Das Beispiel England habe gezeigt, welche katastrophalen Auswirkungen die Zwei-Klassen-Medizin auf die Bevölkerung habe. "Es ist abzulehnen, dass bei Patienten zuerst abgeschätzt werden muss, ob sich eine Operation noch rentiert", kritisierte Ambrozy. Die britische Gesundheitspolitik bezeichnete er als "unmenschlich". (APA)

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