Thailand: Deutscher Aktivist kündigt Fluchthilfe für Nordkoreaner an

4. August 2003, 10:43
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Zehn Männer haben Zuflucht in der japanischen Botschaft in Thailand gesucht

Bangkok - Die zehn Nordkoreaner, die Zuflucht in der japanischen Botschaft in Thailand gesucht haben, sind nach Angaben des deutschen Arztes Norbert Vollertsen von seiner Menschenrechtsbewegung unterstützt worden. Das Netzwerk plane weitere solcher Aktionen, um auf das Leiden der nordkoreanischen Bevölkerung aufmerksam zu machen, erklärte Vollertsen in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Das nächste Ziel sei "eine deutsche Einrichtung in der Nähe", sagte er.

Vollertsen, der bis Ende 2000 rund 18 Monate lang in Nordkorea tätig war, äußerte in einem AP-Telefoninterview die Hoffnung, dass eine Massenflucht aus dem kommunistischen Land zu einem friedlichen Umsturz führen könnte. Die Unterstützergruppe plane unter anderem Fluchtaufrufe per Luftballons und über Radiogeräte, die nach Nordkorea geschmuggelt werden sollten.

Vollertsens Schätzung zufolge flohen in den vergangenen Jahren allein über Bangkok mehrere hundert Nordkoreaner nach Südkorea. Seine Unterstützergruppe beschrieb Vollertsen als lose Bewegung mit Beteiligung von Aktivisten aus mehreren Ländern, darunter auch frühere Diplomaten.

Das weitere Schicksal der zehn Nordkoreaner in der japanischen Botschaft in Bangkok war unterdessen noch ungewiss. Ein Botschaftssprecher erklärte am Samstag, die vier Männer, vier Frauen und zwei Kinder würden noch befragt. Seine Vertretung stehe in engem Kontakt mit den Vereinten Nationen, der thailändischen Regierung und Südkorea. Die Flüchtlinge waren am Donnerstag auf das Botschaftsgelände vorgedrungen. (APA/AP)

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